Das Verbindungstechnik- und Logistikunternehmen Bossard hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 operativ weniger verdient. Der Ebit sank um 7,8 Prozent auf 37,8 Millionen Franken, wobei sich die entsprchende Marge um 160 Basispunkte auf 11,2 Prozent reduzierte. Die Aufwertung des Schweizer Frankens habe erwartungsgemäss in der ersten Jahreshälfte Spuren sowohl beim Umsatz als auch bei der Profitabilität hinterlassen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Die Ertragslage sei indes nicht nur durch die Frankenaufwertung, sondern auch durch das damit verbundene schwierigere Marktumfeld in der Schweiz und durch den Einnahmenrückgang im angestammten Amerikageschäft beeinträchtigt worden. Mit der erreichten Marge liege die Rentabilität aber weiterhin auf einem im Branchenvergleich hohen Niveau und innerhalb der mittelfristigen Zielspanne von 10 bis 13 Prozent. Unter Ausklammerung der einmaligen Translations- und Bewertungseffekte im Zusammenhang mit der Frankenaufwertung habe der operative Gewinn gar um 1 Million über dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Franken-Aufwertung zerhaut Gewinnplus

Bereits im Juli waren Umsatz und Reingewinn bekanntgegeben worden. Der konsolidierte Konzerngewinn sank um 8,4 Prozent auf 29,6 Millionen Franken. Ohne die negativen Währungseinflüsse aus der Franken-Aufwertung hätte der Gewinn auf vergleichbarer Basis dagegen leicht über Vorjahr gelegen.

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Der Umsatz wuchs um 5,4 Prozent auf 336,4 Millionen Franken, in Lokalwährungen ergab sich ein Plus 9,0 Prozent. Entscheidend begünstigt wurde das Wachstum durch die getätigten Akquisitionen. So hat das Unternehmen in Italien im Januar den Bereich Verbindungslösungen von Forind Avio Elettronica übernommen und in Norwegen wurde eine Beteiligung von 60 Prozent an Torp Fasteners gekauft. Aero-Space Southwest in den USA war im November 2014 akquiriert worden und erst im Mai dieses Jahres wurde der Bereich Einpressbefestiger von der französischen Titanox übernommen. Alle Übernahmen hätten sich positiv entwickelt und die Erwartungen der Konzernleitung vollumfänglich bestätigt.

Weniger Umsatz in Europa

In Europa sank der Umsatz trotz der Expansion gegenüber der Vorjahresperiode um 3,7 Prozent auf 199,0 Millionen Franken; in Lokalwährungen betrug die Zuwachsrate 4,6 Prozent. Bereinigt um die Akquisitionen hätte aber auch hier ein Minus von 1,8 Prozent resultiert.

Im Markt Amerika habe die Bossard Gruppe ihre Marktpositionen weiter konsolidiert. Hier stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um rund 33 Prozent auf 87,2 Millionen Franken (LW +26 Prozent), vor allem durch den Kauf der Aero-Space Southwest. Bereinigt um den Zukauf wäre der Absatz um 0,6 Prozent gewachsen (LW -5,2 Prozent). Erwartungsgemäss sei das Geschäft in Übersee durch zwei gegenläufige Entwicklungen geprägt gewesen. Das Geschäft mit dem grössten US-Elektrofahrzeughersteller zeichne sich durch eine wachsende Dynamik aus, während die Nachfrage eines Grosskunden im Agrotechnikbereich weiterhin rückläufig gewesen sei. In Asien ergab sich ein Umsatzwachstum von 6,6 Prozent auf 50,2 Millionen, in Lokalwährung belief sich der Anstieg auf 2,9 Prozent.

Rabatte knabbern an der Marge

Die Währungsentwicklung habe vor allem die Unternehmenseinheiten in der Schweiz betroffen. Die gewährten Währungsrabatte und der Nachfragerückgang der Industriekundschaft führten zu spürbar tieferen Umsätzen und Margen.

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Für das Gesamtjahr 2015 zeigt sich das Unternehmen etwas vorsichtiger als noch im vergangenen April. So wird ein Umsatz in der Grössenordnung von 660 Millionen Franken in Aussicht gestellt, zuvor umfasste die Prognose noch eine Spannbreite von 660 bis 680 Millionen. Die operative Marge dürfte im Gesamtjahr auf dem Niveau des ersten Semesters liegen.

(awp/ise)