Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller Nestlé will den Schweizer Franken als Konzern- und Rechnungswährung beibehalten. «Wir bleiben dem Schweizer Franken trotz seiner Stärke treu», sagte Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck anlässlich der Generalversammlung in Lausanne.

Die Tatsache, dass die Einkäufe mehrheitlich in US-Dollar und Euro erfolgen, die Dividenden aber in Franken bezahlt werden, sei für Nestlé zwar eine «grosse Herausforderung». «Aber wir hängen am Schweizer Franken», so Brabeck.

Das Thema Nespresso wurde ebenfalls kurz angesprochen. Laut CEO Paul Bulcke hat das europäische Patentamt erst gestern die Patente von Nespresso bestätigt. Das werde Nestlé im Fall weiterer Prozesse gegen Konkurrenten helfen, die Patente durchzusetzen, meinte der Konzernchef. Zu laufenden Verfahren wollte er dagegen keinen Kommentar abgeben.

Die erfolgreiche Marke Nespresso wird von verschiedener Seite angegriffen. Im Streit um kompatible Kaffeekapseln geht Nestlé etwa gegen die Ethical Coffee Company (ECC), Denner oder auch gegen die amerikanische Sara vor. Nestlé wirft den Konkurrenten vor, mit ihren Kapseln Markenrechte zu verletzen.

Daniel Borel wiedergewählt

Die Aktionäre haben zudem anlässlich einer Konsultativabstimmung dem Vergütungsbericht 2011 mit 89,58 Prozent der vertretenen Stimmen zugestimmt. Von den bekannten Stimmrechtsvertretern hat laut VRP Brabeck Ethos ein «Nein» empfohlen, der grösste Vertreter ISS dagegen ein «Ja».

Alle anderen Anträge waren unbestritten. Neu in den Verwaltungsrat (für eine Amtsdauer von drei Jahren) gewählt wurde Henri de Castries mit 95,45 Prozent der Stimmen. De Castries ist Konzernchef des französischen Versicherers Axa. Daniel Borel (Mitbegründer Logitech) wurde zudem für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren mit 95,34 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

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Anwesend an der GV waren knapp 2700 Aktionäre, die gegen 40 Prozent des Kapitals vertraten.

(aho/awp)