1. Home
  2. Unternehmen
  3. Frankenstärke bedroht Bonität der Versicherer

SNB-Schock
Frankenstärke bedroht Bonität der Versicherer

Die US-Ratingagentur Moody's sieht den starken Franken als Schwäche der Versicherer. Zusätzlich drücken die tiefen Zinsen auf das Geschäft. Beides zusammen bedroht die Bonität der Versicherer.

Veröffentlicht am 16.02.2015

Für die Schweizer Versicherungsbranche ist der SNB-Entscheid nach Ansicht der Ratingagentur Moody's mit negativen Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit verbunden. Dies insbesondere angesichts tieferer Gewinnrücklagen nach der Aufgabe des Mindestkurses, schreibt Moody's in einer Mitteilung am Montagabend.

Zusätzlich habe die Herabsenkung des Leitzinses für alle Versicherungsunternehmen, die in der Schweiz aktiv sind, einen negativen Effekt, weil die Rendite auf festverzinsliche Wertpapiere weiter sinken dürfte, hiess es.

Zurich und Swiss Re unter Druck

Den grössten Effekt dürfte der Anstieg der ausgewiesenen Dividenden bei in der Schweiz ansässigen Gruppen wie Zurich und Swiss Re nach sich ziehen, lässt sich die Moody's-Analystin Helena Pavicic zitieren, die einen entsprechenden Bericht zum Thema verfasst hat. Während die Dividenden in Schweizer Franken ausgezahlt werden, wird der Grossteil des Einkommens in anderen Währungen verzeichnet.

Während also höhere ausgewiesene Dividendensummen sowie höhere Kosten am Hauptsitz die Gewinnrücklagen reduzieren könnten, erwartet Moody's jedoch gleichzeitig, dass die gut diversifizierten internationalen Versicherer weiterhin stark kapitalisiert sein werden und der SNB-Entscheid einen geringen Effekt auf die wirtschaftliche Kapitalquote haben dürfte.

(awp/ise)

 

Anzeige