Die Schweizer Aluminiumindustrie hat 2015 nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses unter einem verschärften Preiskampf und Margendruck gelitten: Die Press- und Walzwerke verzeichneten eine Einbusse von 10 Prozent bei den produzierten Tonnagen auf 227'500 Tonnen, die Leichtmetallgiessereien ein Minus von 7,9 Prozent auf 14'900 Tonnen.

Vor allem Elektro- und Maschinenunternehmen, aber auch Energieunternehmen bestellten weniger Aluminium. Die Bestellungen aus dem Flugzeugbau hingegen stützten die Nachfrage. Auch für das laufende Jahr erwartet der Aluminium-Verband Schweiz keine wesentliche Verbesserung.

Sparen beim Personal

Gegen die Widrigkeiten im vergangenen Jahr stemmten sich die Schweizer Aluminiumbetriebe einerseits mit der Erneuerung von Produktionsanlagen, wie der Aluminium-Verband am Mittwoch mitteilte. Andererseits wurde auch beim Personal stark der Sparhebel angesetzt: Serienfertigungen wurden in kostengünstigere Euroländer verlagert und Stellen abgebaut, Kurzarbeit wurde eingeführt oder die Arbeitszeiten verlängert sowie auch die Löhne reduziert. Die Investition in neue Fertigungsmethoden habe aber auch neue Arbeitsplätze geschaffen, etwa bei der Aluminium Laufen, schreibt der Aluminium-Verband.

Positives vermeldete der Verband zum Thema Wiederverwertung: Bei den Verpackungen würden bereits neun von zehn Dosen ins Recycling gehen, bei den Tuben und Kaffeekapseln aus Aluminium seien es über die Hälfte. Im Bau und Transportwesen sowie im Maschinenbau liege die Recycling-Quote gar schon seit längerem über 90 Prozent.

(sda/ise/ama)