Der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer (GF) hat in der ersten Jahreshälfte 2015 weniger Umsatz und Gewinn erzielt. Grund dafür ist laut GF der starke Franken.

Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 1,802 Milliarden Franken. Laut GF kostete die Frankenaufwertung 7 Prozent des Umsatzes. Bereinigt um Währungseffekte, Akquisitionen und Devestitionen liege der Umsatz auf Vorjahresniveau, teilte der Industriekonzern am Dienstag mit.

Tieferer Betriebsgewinn

Auch beim Gewinn schlugen die Folgen der Frankenaufwertung zu Buche. Der Betriebsgewinn sank gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Millionen auf 128 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn wurde laut GF von Einmalkosten von 10 Millionen Franken belastet, die aus der Aufwertung des Frankens in der Bilanz vom Januar stammten.

Ohne Berücksichtigung der Einmaleffekte sei der Betriebsgewinn um 5 Prozent gestiegen, hiess es. Getroffene Massnahmen hätten fast die Hälfte des gesamten direkten negativen Einflusses von 22 Millionen Franken auf das Betriebsergebnis kompensiert. So arbeiten seit März alle Mitarbeitenden in den Schweizer GF-Betrieben 4 Stunden mehr pro Woche.

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Minus 12 Millionen Franken

Unter dem Strich verdiente GF 80 Millionen Franken, nach 92 Millionen Franken in der ersten Jahreshälfte 2014. Gestützt wurde das Ergebnis noch von einem ausserordentlichen Ertrag aus dem Verkauf einer Landparzelle.

Der plötzliche Anstieg des Frankens habe die Schweizer Kunden generell verunsichert und auf dem Heimmarkt zu einem Rückgang der Aufträge und betreffenden Margen geführt, schrieb GF. Auch die Exportgeschäfte in die Eurozone hätten zudem trotz Kursabsicherungen geringere Margen gebracht.

Sparmassnahmen sollen greifen

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Industriekonzern ein ähnliches Ergebnis wie in den ersten sechs Monaten. Das Jahresresultat dürfte im Bereich des Vorjahres liegen, prognostizierte GF. Die Stimmung in den relevanten Märkten habe sich verbessert.

Zudem erwartet der Konzern, dass die in der Schweiz getroffenen Massnahmen zur Kostenreduktion im zweiten Semester ihre volle Wirkung entfalteten. Andererseits gebe es jedoch eine Anzahl von Unsicherheitsfaktoren wie das verlangsamte Wachstum in China und die andauernden Schwierigkeiten in der Eurozone.

(sda/ise/me)