Die Berner Warenhaus-Gruppe Loeb ist im ersten Halbjahr 2015 wegen eines schwachen Finanzergebnisses in die roten Zahlen gerutscht: Der Semesterverlust belief sich auf 0,97 Millionen Franken nach einem Gewinn von 1,84 Millionen in der Vorjahresperiode. Markante nicht realisierte Kursverluste an den Finanzmärkten hätten zu einem Minus beim Finanzergebnis von 1,43 Millionen Franken gefürt (Vorjahr +1,13 Millionen), teilte Loeb mit.

Derweil ging der Betriebsgewinn Ebit auf 0,11 Millionen Franken von 0,98 Millionen und der Betriebs-Cashflow (Ebitda) auf 4,12 Millionen von 5,37 Millionen zurück. Schliesslich sank auch der Betriebsertrag aufgrund tieferer Konzessionserlöse nach dem Verkauf der Liegenschaft Riedbachstrasse 8 in Bern-Bethlehem. Er fiel um 0,6 Millionen auf 26,4 Millionen, während sich der Betriebsaufwand infolge der Expansion mit neuen Stores um 0,7 Millionen auf 22,3 Millionen erhöhte.

Weniger Kunden, Preisreduktionen

Topline stiegen die Nettoerlöse der Gruppe zwar um 1,1 Prozent auf 47,3 Millionen Franken, flächenbereinigt sank der Erlös hingegen um 6,8 Prozent, wie es weiter heisst. Die starke Aufwertung des Frankens als Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB habe zu tieferen Kundenfrequenzen und Preisreduktionen geführt. Immerhin konnte Loeb die Bruttomarge auf 44,7 Prozent (Vorjahr 44,8 Prozent) halten.

Für den weiteren Jahresverlauf gibt Loeb in der Mitteilung keine Prognosen ab. Seit Mai 2015 sei eine Stabilisierung der Konsumentennachfrage auf tiefem Niveau feststellbar. Inwieweit dies eine Wiederbelebung des schweizerischen Detailhandels bedeute, könne aber noch nicht abschliessend beurteilt werden, heisst es.

In einem am letzten Sonntag publizierten Interview ging Nicole Loeb, die Chefin und Mehrheitsaktionärin der Gruppe, für das laufende Geschäftsjahr noch von einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich aus. Als Grund nannte sie die Aufhebung der Euro-Mindestgrenze zum Schweizer Franken. In der Folge seien die Preise bei vielen Produkten um bis zu 10 Prozent gesunken, was auf Umsatz und Margen drücke, sagte sie.

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Loeb wird sich, wie vor einem Jahr angekündigt, von der Schweizer Börse verabschieden. Die Partizipationsscheine der Loeb Holding können noch bis Ende September an der Six Swiss Exchange gehandelt werden. Danach werden sie, wie bereits heute die beiden Namenaktien, im OTC-Handel der BEKB gehandelt.

Ferner hat der bisherige Marketing- und Verkaufsleiter Ronald Christen bereits Anfang September die Geschäftsleitung der Loeb AG übernommen. Er folgte auf Heinz Baum, der am 30. September in den Ruhestand treten wird.

(awp/chb)