Risikoreiche Währungsspekulationen gegen den Franken haben ihre Spuren in der Bilanz der deutschen Drogeriemarkt-Kette Müller hinterlassen. Die auch in der Schweiz aktive Firma legt deshalb nun einen grosszügigen Puffer an.

Um sich gegen Verluste aus Währungsspekulationen zu wappnen, hat das Ulmer Unternehmen Anfang des Jahres 290 Millionen Euro als Sicherheit zur Seite gelegt. Das geht aus dem im März veröffentlichten Geschäftsbericht hervor.

Laut einem Bericht der «Lebensmittelzeitung» reagiert Müller, das 2011/12 Gewinne erwirtschaftete, damit auf den Druck seiner Gläubiger. Von dem Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette gilt als ähnlich verschwiegen wie die Detailhändler Lidl und Aldi.

Wetten für Immobilienfinanzierung

Müller wettete der «Lebensmittelzeitung» zufolge insbesondere zur Immobilienfinanzierung mit Hilfe von Derivaten gegen den Schweizer Franken. Der Buchverlust aus den Währungsspekulationen gegen die Schweizer Währung belief sich laut Geschäftsbericht Mitte 2012 auf 235 Mio. Euro.

Müller ist nach der Schlecker-Pleite die Nummer drei unter den deutschen Drogeriemärkten hinter dm und Rossmann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Müller seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 2,94 Mrd. Euro gesteigert, bei einem Jahresüberschuss von 112,2 Millionen Euro. Müller hatte im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 28 neue Filialen eröffnet, 16 davon im Ausland.

(sda/tke/chb)