Gegen den ehemaligen UBS-Topbanker Raoul Weil ist offenbar in Frankreich ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Dabei gehe es um ein von der UBS organisiertes System der Steuerhinterziehung, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend unter Berufung auf «übereinstimmende Quellen» schreibt. Die Vorwürfe gegen Schweizer lauten danach auf Steuerbetrug und illegale Kundenwerbung. Auch gegen die Schweizer Bank und ihre französische Tochtergesellschaft wird in Frankreich ermittelt.

Für Weil sei eine Kaution von 200'000 Euro festgesetzt worden, heisst es weiter. Weil bestreite die Vorwürfe vehement, erklärten dessen Anwälte gegenüber der AFP. Die französische Justiz ermittelt bereits seit 2012 gegen die Grossbank UBS wegen mutmasslicher Beihilfe zu Steuerhinterziehung sowie wegen Geldwäscherei. Sie hatte der Schweizer Grossbank 2014 eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro auferlegt, was diese vergeblich vor Gericht angefochten hatte.

Freispruch in den USA

Raoul Weil leitete bis 2009 bei der UBS das weltweiten Vermögensverwaltungsgeschäft. 2008 war er in den USA wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung angeklagt und später als Flüchtiger ausgeschrieben worden. 2013 war er auf einer Ferienreise in Italien verhaftet und später an die USA ausgeliefert worden. Ende 2014 war er allerdings von einem Gericht vom Vorwurf der Beihilfe zu Steuerbetrug freigesprochen worden.

(awp/dbe)