Die französische Finanzministerin, Christine Lagarde, verfolgt die gegenwärtigen Verhandlungen zwischen der Schweiz, Deutschland und Grossbritannien über eine Abgeltungssteuer mit Interesse. Doch im Interview mit der „Handelszeitung“ spricht sie Klartext: „Die Abgeltungssteuer entspricht nicht unserer Logik.“ Für Frankreich gebe es nur den Weg des automatischen Informationsaustauschs.Leider hätten sich in der EU Österreich und Luxemburg dem automatischen Informationsaustausch widersetzt, bedauert Lagarde. „Ich hoffe, dass wir dieses Ziel eines Tages dennoch erreichen werden.“

2010 hat Frankreich durch die Überführung von Steuersündern – oder die Regularisierung der Steuerdossiers, wie Lagarde sagt – rund 1 Milliarde Euro zusätzliche Steuern eingenommen. „Wir werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen und alle zur Verfügung stehenden, legalen Mitteln nutzen“, kündigt die Finanzministerin an. Auf die Anfrage, ob Frankreich auch CDs mit Kundendaten von Schweizer Banken kaufen werde, antwortet Lagarde: „Dazu sage ich nichts. Es existiert ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Frankreich und der Schweiz, das revidiert wurde, um die Amsthilfe bei Steuerdelikten auf den neusten Stand zu bringen.“