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Vorhaben
Frankreich will Tesla zum AKW Fessenheim locken

Fessenheim: Es ist das älteste AKW Frankreichs. Keystone

Das Atomkraftwerk Fessenheim bei Basel wird bald stillgelegt. Nun hat Frankreichs Umweltministerin einen kühnen Plan: Auf dem Gelände soll eine Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla entstehen.

Von Marc Bürgi
am 05.04.2016

Das Atomkraftwerk Fessenheim nahe Basel steht schon seit langem in der Kritik: Nordwestschweizer Politiker bezeichnen Frankreichs ältestes AKW als Sicherheitsrisiko – und fordern die Stilllegung. Dies hat Frankreichs Regierung inzwischen auch versprochen: Ende 2018 sollen die beiden Reaktoren aus den 70er Jahren den Betrieb einstellen.

Umweltministerin Ségolène Royal überlegt sich bereits jetzt, was mit dem Gelände im Elsass geschehen soll: Die Politikerin hat das Grundstück dem US-Elektorautobauer Tesla für eine Fabrik angeboten. «Wir müssen der Bevölkerung Hoffnung geben. Ich möchte ihr zu einer Tesla-Fabrik verhelfen», zitierte die Agentur AFP die Ex-Frau von Staatspräsident François Hollande.

«Er hat nicht Nein gesagt»

Lokalpolitiker wehren sich gegen die AKW-Schliessung, weil sie um die Arbeitsplätze fürchen. Der Betrieb beschäftigt aktuell rund 10'000 Personen in der Kleinstadt. Royal machte Tesla-Chef Elon Musk den Vorschlag persönlich. «Ich sagte ihm: «Ich habe einen Platz für Sie, Fessenheim.» Der Amerikaner hätte zum Vorstoss zumindest nicht nein gesagt. «Wer wagt, gewinnt», gibt sich Royal überzeugt. In einigen Tagen will die Ministerin ihren Plan auch dem Management des Autokonzerns präsentieren.

Tesla plant zusätzlich zu seinen Fabriken im kalifornischen Fremont und im niederländischen Tilburg zwei Produktionsstätten in Europa und in China zu bauen. Der Konzern hat letzte Woche sein neues Automodell präsentiert und will seine Produktion bis 2025 verzehnfachen. Auch in der Schweiz will das Unternehmen expandieren und plant einen Ausbau des Geschäftsnetzes.

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