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Luftrettung
Franz Steinegger kritisiert TCS-Helikopter

Franz Steinegger hat an den Helikoptern des TCS offenbar einiges auszusetzen. (Bilder: Touring Club Suisse, Keystone)

Der Rega-Stiftungsrat attackiert den TCS. Der Touring-Club wolle aufgeboten werden, aber enorme Bereitschaftskosten nicht tragen. Ausserdem äussert Franz Steinegger sich über die TCS-Ausrüstung.

Veröffentlicht am 27.07.2013

Im Streit der Luftretter meldet sich Rega-Stiftungsrat Franz Steinegger zu Wort. In einem Interview wirft der frühere Urner Nationalrat und FDP-Präsident dem TCS «Rosinenpickerei» vor. Der Touring-Club wolle von den Gönnerbeiträgen der Rega profitieren.

Hintergrund ist das bisherige Alarmierungs-System: In der Regel wurde die Rega über den Notruf 144 oder direkt von den Betroffenen über die Nummer 1414 aufgeboten. Ausser im Wallis und im Berner Lauterbrunnental flog die Rega die Aufträge bisher selbst.

Um dieses System aufrecht zu erhalten, betreibt die Rega eine landesweite Bereitschaftszentrale und ein eigenes Funknetz. Die Bereitschaftskosten seien der grösste Kostenblock, der mit Gönnerbeiträgen finanziert werde, sagte Steinegger im Interview mit «Bund» und «Tages-Anzeiger».

«Der TCS möchte diese enormen Bereitschaftskosten aber nicht tragen, sondern will nur aufgeboten werden. Und damit indirekt von den Gönnerbeiträgen profitieren. Das ist Rosinenpickerei», kritisiert Steinegger.

Der TCS macht der Rega seit einiger Zeit im Kanton Aargau Marktanteile streitig, auch im Lauterbrunnental steht nun ein Helikopter des TCS. Für die Organisation sei die Luftrettung offensichtlich eine «imagebildende Marketingveranstaltung», sagte Steinegger. Aber kostendeckend sei es sicher nicht.

Steinegger: Polemik der TCS 

Der Rega-Stiftungsrat macht auch Fragezeichen beim der Ausrüstung des TCS. «Irgendeinen alten Helikopter kann man immer kaufen. Gelb angespritzt sieht er dann ganz passabel aus», sagte er. Die Rega dagegen ersetze alle 10 bis 15 Jahre ihre gesamte Flotte, inklusive der Flugzeuge für die Heimführung.

Im Clinch ist die Rega auch mit Air Glaciers im Berner Oberland. Bisher hat die Rega die bei ihr eingehenden Rettungsaufträge in Teilen des Berner Oberlands an das Unternehmen weitergegeben.

Nach Kritik von Air Glaciers an der Rettungsflugwacht hat diese die Zusammenarbeit am Donnerstag gekündigt. Künftig muss die Sanitätsnotrufzentrale des Kantons Bern entscheiden, welche Luftretter losgeschickt werden sollen.

Für Steinegger steckt hinter der ganzen Polemik der TCS und sein PR-Büro. «Neue Anbieter kritisieren uns, um sich vom Luftrettungsmarkt ein Stück abschneiden zu können», sagte er. Das bringe die Rega grundsätzlich in eine schwierige Situation: «An Institutionen wird gerne gekratzt.»

(tno/sda)

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