Hohe Prämien und Abfindungen für scheidende Konzernchefs sorgen in Frankreich immer wieder für erregte Debatten. Jetzt sieht sich Alcatel-Lucent-Chef Michel Combes heftiger Kritik ausgesetzt.

Der Generaldirektor des US-französischen Telekommunikationsausrüsters verteidigte am Montag, dass er nach seinem Abgang von der Konzernspitze rund 14 Millionen Euro in Form von Aktien erhalten wird. «Das bedeutet, dass es mir gelungen ist, Wert zu schaffen», sagte Combes. Ausserdem sei der Konzern «gerettet», den er am Rande eines Bankrotts übernommen habe.

Combes wechselt zu Nokia

Combes gibt am Dienstag die Spitzes des Konzerns ab, der vom finnischen Branchenriesen Nokia übernommen wird. Wie die Zeitung «Journal du Dimanche» am Wochenende enthüllte, wird der Franzose wegen verschiedener Prämien über drei Jahre Aktienpakete im Wert von knapp 14 Millionen Euro erhalten.

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Bei Gewerkschaften rief das wütende Proteste hervor. Die Gewerkschaft CFE-CGC forderte, Combes müsse auf den Grossteil der Prämien verzichten. Der sozialistische Finanzminister Michel Sapin rief den Spitzenmanager am Montag im Sender France Info auf, «gesunden Menschenverstand» und «Zurückhaltung» zu zeigen. Combes könne immer noch «gute Entscheidungen» treffen.

Sogar Unternehmer sind kritisch

Kritik kam sogar vom Unternehmerverband Medef: Verbands-Vize Thibault Lanxade bezeichnete die Prämien im Sender RTL als «schockierend».

(sda/mbü)