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Gesundheit
Fresenius schluckt US-Konzern Akorn

Fresenius: Bis 2016 unter Leitung vom jetzigen Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider. Keystone

Seit dem Abgang von Ulf Mark Schneider bleibt kein Stein auf dem anderen bei Fresenius. Der neue Chef tätigt den zweiten Milliardenzukauf innert einem halben Jahr.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Der Gesundheitskonzern Fresenius nimmt innerhalb weniger Monate die zweite Grossübernahme in Angriff. Das Unternehmen wolle den auf Nachahmermedikamente spezialisierten US-Konzern Akorn für insgesamt 4,75 Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) schlucken, teilte das deutsche Unternehmen am späten Montagabend mit.

Fresenius werde 34 Dollar je Akorn-Aktie bieten und zudem Schulden von 450 Millionen Dollar übernehmen. Die Spitze von Akorn und der grösste Aktionär des Unternehmens unterstützten die Offerte. Fresenius stand bis vor kurzem unter Leitung von Ulf Mark Schneider, dem aktuellen Nestlé-Chef.

Sturm in Kauflust

Erst im September hatte der seit knapp einem Jahr amtierende Fresenius-Chef Stephan Sturm angekündigt, den spanischen Klinikbetreiber Quironsalud für 5,8 Milliarden Euro zu schlucken – der grösste Zukauf in der Geschichte von Fresenius. Anfang April bestätigte er dann, sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Erwerb von Akorn zu befinden.

Neben der Akorn-Übernahme gab Sturm am Montagabend überraschend noch eine weitere Transaktion bekannt. Für 170 Millionen Euro kauft Fresenius dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern Merck dessen Geschäft mit Biosimilars ab, also mit Nachahmermedikamenten von Biotech-Arzneien. Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsziele können in den kommenden Jahren weiter 500 Millionen Euro fliessen.

(sda/ise/chb)

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