Jubel und Leid bei der Porsche Automobil Holding SE: Der Erfolg des Sportwagenherstellers kommt dessen Beteiligungsgesellschaft im Jahr 2011 teuer zu stehen, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte.

Zwar verdiente die Holdinggesellschaft 4,66 Milliarden Euro durch die starke Autokonjunktur. Sie hält 50,7 Prozent der Stammaktien an VW und 50,1 Prozent über eine Zwischenholding an der Porsche AG.

VW hatte 2011 mit 8,36 Millionen Fahrzeugen mehr Autos abgesetzt als je ein deutscher Konzern zuvor. Porsche fuhr einen Dreifach-Rekord bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis ein.

Teurer Erfolg

Allerdings musste die Holding auch einen Sondereffekt in Höhe von minus 4,37 Milliarden Euro verbuchen, der sich paradoxerweise gerade aus dem Erfolg der Porsche AG ergibt. Denn VW und Porsche haben eine sogenannte Put-and-Call-Option vereinbart, wonach die Wolfsburger den Sportwagenhersteller zu einem festgeschriebenen Preis von 3,9 Milliarden Euro übernehmen können.

Weil durch den Erfolg der Wert der Porsche AG steigt, muss die Porsche SE jedoch Abschreibungen vornehmen, da der Verkaufspreis deutlich unter dem eigentlichen Wert liegen würde. Dass die Konzerne die Option ziehen, ist seit vergangenem Jahr sehr wahrscheinlich geworden.

Vorsichtige Prognose

Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sagte, für 2012 erwarte die Porsche-Holding «mit hoher Wahrscheinlichkeit» ein positives Konzernergebnis nach Steuern. Allerdings werde sich aus den Put-and-Call-Optionen auch im laufenden Jahr ein Sondereffekt ergeben.

Besser als in den Jahren zuvor stellt sich die Finanzsituation dar. Die Nettoverbindlichkeiten konnten durch eine Kapitalerhöhung von 4,9 Milliarden Euro im April 2011 von minus 6,34 Milliarden Euro auf 1,52 Milliarden Euro verringert werden.

Hängige Verfahren

Unsicherheiten bleiben noch durch zahlreiche anhängige Gerichtsverfahren. In den USA und in Deutschland klagen mehrere Investoren gegen Porsche. Sie werfen dem Unternehmen vor, bei der versuchten Übernahme von VW die Anleger unzureichend informiert zu haben.

Derzeit seien 40 Millionen Euro unter anderem für Rechtsberater zurückgelegt worden, sagte Pötsch. Für mögliche Niederlagen in den Verfahren habe der Konzern allerdings keine Rückstellungen gebildet. Die Porsche SE halte die Verfahren für unbegründet.

(vst/tno/sda)