Bei den US-Finanzriesen Goldman Sachs und Citigroup läuft die Geldmaschine wieder auf Hochtouren. Die Gründe dafür sind allerdings unterschiedlich. Von der Belebung an den Finanzmärkten hat vor allem Goldman Sachs im vergangenen Jahr profitiert.

Die führende US-Investmentbank verdiente von Januar bis März unter dem Strich 2,8 Milliarden Dollar - gut 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Goldman Sachs meldete am Donnerstag in New York zudem ein Ertragsplus von 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. Das ist der beste Quartalswert der vergangenen vier Jahre. Der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen, der Ende 2014 noch stark geschwächelt hatte, lief zuletzt wieder auf Hochtouren.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Wie schon JP Morgan

Nimmt die Nervosität zu - wie zuletzt durch die sich abzeichnende Zinswende in den USA und die geldpolitische Offensive im Euroraum -, schichten Anleger ihr Geld um. Daran verdienen Banken mit starker Handelsausrichtung. Auch dem Branchenprimus JP Morgan hatte das zuletzt in die Karten gespielt.

Zudem stiegen die Einnahmen von Goldman Sachs aus dem Beratungsgeschäft rund um Firmenübernahmen auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Wall Street deutlich. Die Goldman-Sachs-Aktie legte vorbörslich zunächst um etwa ein Prozent zu.

Citigroup profitiert von Schrumpfkur

Anders als ihre Rivalen Goldman Sachs und JP Morgan konnte Citigroup die Börsenbelebung nicht nutzen. Sie meldete einen Rückgang der Einnahmen um zwei Prozent auf knapp 20 Milliarden Dollar. Neben Zuwächsen beim Beratungs- und im Privatkundengeschäft machte sich bei der US-Bank jedoch ihre Schrumpfkur bezahlt.

Citigroup gab am Donnerstag einen Gewinnsprung von 16 Prozent auf 4,82 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal bekannt. Die gemessen an der Bilanzsumme drittgrösste US-Bank profitierte insbesondere davon, dass die Kosten für Rechtsstreitigkeiten und den Konzernumbau auf 403 Millionen Dollar gedrückt wurden.

Kostspielige juristische Probleme

Vor Jahresfrist hatten sich diese Belastungen noch auf 1,16 Milliarden Dollar summiert. Wie andere Banken hatte Citigroup mit kostspieligen juristischen Problemen zu kämpfen, die noch aus der Finanzkrise herrühren. Unter anderem ging es um fragwürdige Hypothekengeschäfte und um Handelsskandale.

An der Wall Street reagierten die Anleger erfreut auf das Vierteljahresergebnis, das über den Markterwartungen lag. Die Citigroup-Aktie legte im vorbörslichen US-Handel zwei Prozent zu.

(sda/gku)