Der Streit zwischen Constantin Medien und Highlight Communications ist vom Tisch. Constantin Medien will sämtliche Rechtsstreitigkeiten vor Schweizer Gerichten mit der Beteiligungsgesellschaft Highlight Communications beenden, wie das Unternehmen bereits am Dienstag auf seiner Homepage bekannt machte.

Die Einigung solle «als Teil einer Gesamtbefriedung der wesentlichen Auseinandersetzungen» mit der Highlight Communications AG, der Highlight Event and Entertainment AG (HLEE) sowie der Stella Finanz AG erfolgen. Der Verwaltungsrat habe dem zugestimmt.

Verteidigungsmittel gegen feindliche Übernahmen

Man habe «sorgfältig, umfassend und kritisch» überprüft, was die mit den Rechtsstreitigkeiten verfolgten Ziele seien sowie ihre Erfolgsaussichten aus heutiger Betrachtung. Der Entscheid wurde getroffen, um die Gesellschaft finanziell und operativ zu entlasten und die Ressourcen wieder voll für das operative Geschäft einsetzen zu können, wie es weiter hiess.

Highlight Communications habe sich indes bereit erklärt, die als Verteidigungsmittel gegen feindliche Übernahmen installierten Stiftungskonstruktionen rückabzuwickeln, so Constantin Medien weiter. Diese hatten Optionen zum zeitweisen Erwerb der Mehrheit der Stammaktien und insbesondere der Stimmrechte sowohl an der TEAM Gruppe als auch an der Constantin Film AG eingeräumt bekommen.

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Reduzierte Beteiligung

Gerichtlich nicht weiter vorgegangen werde hingegen gegen die im Juni 2017 beschlossenen Kapitalerhöhung bei Highlight Communications (HLEE-Beteiligung von 25 Prozent), durch die sich die Beteiligung der Constantin Medien AG auf rund 32,7 Prozent von derzeit rund 43,6 Prozent reduzieren wird. Dies berücksichtigt zudem die Tilgung eines Kredits der Stella Finanz durch Übereignung von Constantin-Aktien an Highlight Communications.

Die Highlight Event and Entertainment AG ist an der Schweizer Börse kotiert, während die ebenfalls schweizerische Highlight Communications AG (HLC) in Frankfurt kotiert ist.

Burgener will Constantin Medien übernehmen

Bekanntlich arbeitet der Schweizer Investor Bernhard Burgener derzeit an einem Übernahmeangebot für Constantin Medien. Sein Kontrahent Dieter Hahn hatte an der Generalversammlung im August das Präsidium des Verwaltungsrats niedergelegt. Auch Konzernchef Fred Kogel und alle anderen Verwaltungsräte schieden dann aus. Hahn und Burgener hatten sich seit fast zwei Jahren hart bekämpft und über die Strategie gestritten.

Denn Burgener hält zusammen mit befreundeten Investoren knapp 30 Prozent der Aktien an Constantin. Hahn wiederum hat nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung« mittlerweile im grossen Stil Aktien verkauft. Der ihm zuzuschreibende Anteil sei von knapp 30 auf 20,1 Prozent gefallen.

(sda/me)