Der Reiseanbieter Kuoni hat im letzten Geschäftsjahr seinen Umsatz und sein Ergebnis gesteigert. Das zeigt die provisorische Rechnung, die im Zusammenhang mit dem anstehenden Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft EQT vorgelegt wurde. Gleichzeitig hat EQT den Angebotsprospekt publiziert, wonach die Frist für das Angebot von 370 Franken pro Aktie voraussichtlich vom 15. März bis zum 13. April dauern wird.

Der Umsatz der Kuoni Gruppe lag im letzten Jahr bei 3,34 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem organischen Wachstum von 6,9 Prozent, teilte Kuoni am Montag mit. In Schweizer Franken ausgedrückt lag der Umsatz mit einem Minus von 0,7 Prozent etwa auf dem Vorjahresniveau.

Verkauf an EQT

Beim Betriebsergebnis bestätigte sich die Erwartung vom vergangenen November. Der EBIT stieg um 6,3 Prozent auf 81,2 Millionen Franken, im Vergleich zu 76,4 Millionen im Vorjahr. Darin enthalten sind Einmaleffekte durch den Verkauf der Liegenschaft «Neue Hard» in Zürich, Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen.

Die Publikation dieser provisorischen Zahlen steht in Zusammenhang mit dem bereits am 2. Februar angekündigten Verkauf der Kuoni Gruppe an die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT. Diese publizierte am Montag den Angebotsprospekt, wonach sie voraussichtlich zwischen 15. März und 13. April alle Namensaktien, die im Publikumsbesitz sind, für 370 Franken übernehmen wolle. Gegenüber der ursprünglichen Ankündigung verschiebt sich damit diese Frist um eine Woche nach hinten.

Anzeige

Verwaltungsrat unterstützt Kaufangebot einstimmig

Bekanntlich unterstützt der Kuoni-Verwaltungsrat das Kaufangebot einstimmig. Auch die bisherige Ankeraktionärin «Kuoni und Hugentobler-Stiftung» steht hinter dem Vorhaben. Sie wird ihren Aktienanteil nicht verkaufen, weil sie weiterhin aktiv am Unternehmen beteiligt bleiben will.

Im letzten Jahr war Kuoni radikal umgebaut worden und besteht seither noch aus drei Teilen: Einem in Dubai, einem in London und einem in Zürich. In Dubai werden im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge bearbeitet. Von London aus bietet Kuoni Dienstleistungen wie Übernachtungen, Transfers oder Exkursionen für andere Reiseunternehmen an. Und von Zürich aus werden Gruppenreisen meist an asiatische Reiseveranstalter verkauft.

Übernahme durch deutsche Rewe

Das gesamte Geschäft mit der Organisation und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen wurde bereits im Juni 2015 verkauft. Das europäische Reiseveranstaltergeschäft ging an den deutschen Rewe-Konzern, jenes in Indien und Hongkong an die kanadische Investmentholding Fairfax.

(sda/me/ama)