LEBENSPHASEN. E in Baby kann das Leben auf den Kopf stellen. Denn die Rollen als Mutter und Vater bringen Verantwortungen mit sich. Fällt das Haupteinkommen beispielsweise weg, weil ein Elternteil infolge Krankheit nicht mehr arbeiten kann, entstehen meist Einkommenslücken. Familien sollten darum ihre Risikosituation prüfen. Es kann sinnvoll sein, Risiken wie Unfall, Krankheit oder Tod mit Versicherungslösungen zu decken – und darüber hinaus frühzeitig mit individuellen Sparstrategien vorzusorgen.

Mögliche Einkommenslücken kann man im Rahmen der 3. Säule schliessen und gleichzeitig Steuern sparen. Einzahlungen in die Säule 3a (2007 maximal 6365 Fr. für Personen, die einer Pensionskasse angeschlossen sind) werden vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Je früher man mit Sparen beginnt, desto besser. Dazu ein Beispiel: Ein Studium kostet schnell mal rund 80000 Fr. Doch wer 20 Jahre Zeit hat, muss bei einer Rendite von 3% lediglich 244 Fr. pro Monat einzahlen, um diese Summe anzusparen. Für Familien lohnt es sich darum, für ihre Kinder ab deren Geburt einen Fondssparplan einzurichten.

Eigenheim

Die eigenen vier Wände bieten Lebensqualität und finanziellen Gestaltungsspielraum. So können die Schuldzinsen der Hypothek vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Oft ist dabei interessant, die Hypothek nicht direkt, sondern indirekt zu amortisieren. Der Hypothekennehmer verpfändet dabei seine Vorsorgegelder der Säule 3a zugunsten seiner Bank, bezahlt die Amortisationsraten aber weiterhin auf das entsprechende Konto respektive die entsprechende Versicherungspolice ein. So profitiert er von der Steuerersparnis in der Säule 3a und kann die Schuldzinsen weiterhin vom steuerbaren Einkommen abziehen. Wohneigentum dient zudem der Altersvorsorge. Aus diesem Grund dürfen die Vorsorgegelder der 2. und 3. Säule schon vor Erreichen des AHV-Alters bezogen werden, wenn damit selbst genutztes Wohneigentum finanziert wird. Man kann das Vorsorgevermögen beispielsweise beziehen, um das Eigenkapital für eine Hypothek zu erhöhen. Dies kann steuerlich vorteilhaft sein: Bei einem Vorbezug erfolgt die Besteuerung zu einem reduzierten Satz getrennt vom übrigen Einkommen. Für die Eigenheimfinanzierung ist in der Regel ein Mix verschiedener Hypotheken mit unterschiedlichen Laufzeiten optimal.

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Vermögensaufbau

Hat sich der Erfolg im Beruf eingestellt, machen sich viele Menschen Gedanken über ihre Vorsorge. Erfahrungsgemäss sind zwischen 80 und 100% des früheren Einkommens nötig, um den Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Die obligatorischen Leistungen aus der 1. und der 2. Säule reichen hierfür meist nicht aus. Sie bilden nur für Einkommen unter 80000 Fr. eine solide Basisvorsorge. Umso wichtiger ist die Vorsorge mit der steuerbegünstigten Säule 3a sowie der Säule 3b, zu der alle Vermögensanlagen zählen. Die Säule 3b ist – abgesehen von gewissen Lebensversicherungen – nicht steuerbegünstigt.Um sein Vermögen gezielt zu vermehren, sollte man zuerst ein Budget erstellen. Es lohnt sich, Geld, das mittelfristig nicht gebraucht wird, ertragsorientiert anzulegen. Dabei zählt jedes Prozent: Ob jemand ein Kapital von 100000 Fr. bei einer Rendite von 4% oder 6% anlegt, macht nach 20 Jahren einen Unterschied von 100000 Fr. aus.

Pensionierung

Auch die Pensionierung will vorbereitet sein. Wer die AHV-Rente beziehen möchte, muss den Anspruch bei der AHV-Zweigstelle anmelden – und zwar drei bis vier Monate vor dem gewünschten Bezug. Bei einer Frühpensionierung ist zudem zu entscheiden, ob man die AHV-Rente vorbeziehen oder aufschieben möchte. Auch die Pensionskasse muss frühzeitig über den Pensionierungszeitpunkt informiert werden. Will sich jemand sein Alterskapital auszahlen lassen, möchten dies viele Kassen mindestens drei Jahre im Voraus wissen. Ein vollständiger Kapitalbezug ist nicht immer möglich. Das Gesetz schreibt nur vor, dass mindestens ein Viertel des obligatorischen Teils bezogen werden kann. Ob die Pensionskassenleistungen als Kapital, Rente oder Mischform bezogen werden sollten, hängt von Aspekten wie der Gesundheit, der familiären Situation und den persönlichen Zielen ab. Vor- und Nachteile sind sorgfältig abzuwägen. Schliesslich lohnt es sich, die Auszahlungen der Gelder aus der Säule 3a zu planen. Mit einer Staffelung der Bezüge können Einkommenssteuern gespart werden. Guthaben der Säule 3a lassen sich schon fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter beziehen (Ausnahmen: Wegzug ins Ausland, Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, Wohneigentumsförderung). Ab 1. Januar 2008 können Personen, die über das ordentliche Rentenalter hinaus erwerbstätig bleiben, den Bezug auch bis um maximal fünf Jahre hinausschieben.

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Ruhestand

Meist ändern sich die Lebenshaltungskosten mit dem Alter. In den ersten Jahren nach der Pensionierung bleiben sie häufig gleich hoch wie im Erwerbsleben; später reduzieren sie sich oft. Wird jemand pflegebedürftig, sprengen die Kosten schnell den Budgetrahmen. Diesen unterschiedlichen Bedürfnissen trägt das «Topfkonzept» Rechnung. Für jedes Lebensziel der nächsten Jahre ist zu berechnen, wie viel Geld man benötigt. Dieses ist dann auf «Töpfe» zu verteilen. Der erste Topf dient als «Konsumtopf». Er muss sicher und liquide angelegt sein. Das verbleibende Geld fliesst in «Anlagetöpfe» und sollte wachstumsorientiert investiert werden. Nach etwa zehn Jahren kann der inzwischen gewachsene Anlagetopf zum Konsumtopf umgewandelt werden. Es empfiehlt sich auch, die Zukunft seines Vermögens zu planen. Verstirbt jemand, ohne den Nachlass geregelt zu haben, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zuge. Mit einem Testament kann man für die Partnerin oder den Partner hingegen gezielt vorsorgen. Um gültig zu sein, muss dieses aber gewisse formelle und inhaltliche Mindestvoraussetzungen erfüllen.

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