Wie gut unsere Vorsorgesysteme in Zukunft noch ausgestattet sein werden, hängt entscheidend von der Altersstruktur der Schweizer Bevölkerung ab. Die demografische Entwicklung verlief während der vergangenen Jahrzehnte aus Sicht der staatlichen und betrieblichen Vorsorge ungünstig. Der Befund zur Altersentwicklung in der Schweiz ist relativ ein- fach: Während die Geburtenziffer (durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau) seit den 1960er Jahren massiv gesunken und seit etwa 30 Jahren relativ stabil ist, steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung weiter an. Letzteres ist unter anderem auf den medizinischen Fortschritt, eine gesündere Lebensführung und generell verbesserte Arbeitsbedingungen zurückzuführen. So erfreulich diese Entwicklung auch ist, ergeben sich doch daraus finanzielle Konsequenzen.

Für unsere Vorsorgesysteme bedeutend sind jene Jahre, die eine versicherte Person nach Erreichen des Pensionsalters aller Voraussicht nach leben wird. Männer leben heute im Durchschnitt mehr als 17 Jahre und Frauen knapp 21 Jahre über das Rentenalter hinaus. Da die Geburtenrate in der Schweiz erst seit kurzem wieder steigt, wird sich das Verhältnis zwischen Rentnern und Erwerbstätigen weiterhin verschlechtern (siehe Grafik). Im Jahr 2040 kommen auf einen Rentner nur noch durchschnittlich 2,3 Beitragszahler. Im Jahr 2000 wurde ein Rentner noch von 4 Beitragszahlern finanziert.

Lücken bei beruflicher Vorsorge

Für unser aus drei Säulen bestehendes Vorsorgesystem hat diese Entwicklung Konsequenzen. Zwar kann bei der AHV das Rentenalter erhöht werden, was eine finanzielle Entlastung bringen würde. In welchem Ausmass weitere Anpassungen nach oben möglich sind, ist aber primär eine politische Frage.

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Die Pensionskassen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Einer der politischen Streitpunkte in diesem Bereich ist der Umwandlungssatz, also jener Satz, zu dem das angesparte Pensionskassenvermögen in eine jährliche Rente umgerechnet wird. Im Prinzip wäre es einfach: Steigt die Lebenserwartung, so muss das Pensionskassenkapital für einen längeren Zeitraum reichen. Mit einer Senkung des Umwandlungssatzes und somit tieferen lebenslang ausbezahlten Renten wird diese Vorgabe erfüllt. Die berufliche Vorsorge ist aber Teil des 3-Säulen-Konzepts und unterliegt somit den sozialpolitischen Bestimmungen. Deshalb wird der Umwandlungssatz auch nicht den Marktkräften überlassen, sondern gesetzlich geregelt. Wenn nun der gesetzliche Umwandlungssatz über dem versicherungstechnisch korrekten Umwandlungssatz liegt, bedeutet dies, dass die zu bezahlenden Renten durch das vorhandene Kapital nicht vollständig finanziert werden können. Für die Deckung dieser Lücken sorgen die erwerbstätigen Versicherten der Pensionskassen. Auch diese Situation wird weiterhin für politische Diskussionen sorgen.

Wer nach Erreichen des Pensionsalters seinen gewohnten Lebensstandard weiterführen will, sollte «seine» 3. Säule, die private Vorsorge, gezielt ausbauen. Die zu erwartenden Gelder aus der 1. und 2. Säule bilden zwar weiterhin eine gute Grundlage. Im Vergleich zum früheren Einkommen können aber Lücken auftreten, zu deren Deckung die persönlichen Vorsorgegelder bestimmt sind.

Die gebundene Vorsorge im Rahmen der Säule 3a, kurz Sparen 3 genannt, ist für erwerbstätige Personen eine einfache und attraktive Form der privaten Vorsorge. Ein grosser Anreiz sind hier die markanten Steuererleichterungen. Mit Sparen 3 ist es möglich, die jährlich geleisteten Einzahlungen in Höhe des gesetzlich festgelegten Maximalbetrags vom steuerbaren Einkommen abzuziehen. Zudem werden keine Verrechnungs- und Vermögenssteuern sowie keine Steuern auf den Zinserträgen erhoben. Ein Sparen-3-Konto wird von den meisten Banken für das steuerbegünstigte Vorsorgesparen angeboten.

Im Vergleich zu einem Sparen- 3-Konto bietet das Wertpapiersparen mit speziellen 3.-Säule-Vorsorgeprodukten auf lange Sicht ein höheres Renditepotenzial. Gerade bei Vorsorgegeldern liegt ein langfristiger Anlagehorizont in der Natur der Sache. Zwischenzeitliche Kursschwankungen fallen dadurch weniger stark ins Gewicht. Zudem ist der Aktienanteil bei diesen 3.-Säule-Produkten gesetzlich auf maximal 50% begrenzt.

Finanzielle Zukunft gestalten

Es lohnt sich, mit dem Aufbau der Altersvorsorge früh zu beginnen, denn je länger das Geld arbeiten kann, desto stärker wächst das Vorsorgevermögen. Der zweite Erfolgsfaktor ist die Rendite des eingesetzten Kapitals, denn es ist wichtig, eine im Verhältnis zum eingegangenen Risiko optimale Rendite zu erzielen. Um die individuellen Vorsorgebedürfnisse sorgfältig abzuklären, empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit dem persönlichen Bank- oder Finanzberater. Dieser wird nach einer Analyse der persönlichen Vermögens- und Einkommenssituation individuelle Vorschläge unterbreiten. Die daraus abgeleiteten Vorsorgemassnahmen gilt es periodisch zu überprüfen und wenn nötig den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Auf diese Weise lässt sich die finanzielle Zukunft aktiv gestalten.

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