Wie sagte ein Vertreter der Gründeramilie nach der verlorenren Generalversammlung vom Freitag so schön: «Wer zuletzt lacht...». Nun weiss man, warum. Die Erben verkauften Viktor Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Renova ein Aktienpaket von 20 Prozent und kontrollieren nun zusammen mit dem Russen Schmolz + Bickenbach. Zugleich fochten sie die Beschlüsse des Aktionärstreffens vor Gericht an und erwirkten eine Registersperre. Daher kommt Bewegung in die Sache. «Es wird eine neue Generalversammlung und einen neuen Verwaltungsrat geben, mit Renova als dominierendem Aktionär», sagt Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Zehnder gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

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Zehnder selbst wird abtreten. «Da werde ich nicht mehr dabei sein», sagte er dem Blatt. Eine weitere Kapitalerhöhung schliesst Vekselbergs Renova-Gruppe nicht aus. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass sie der Gründerfamilie weitere Aktien abkauft. DIe Mehrheit will sie aber offenbar nicht übernehmen.

Langer Machtkampf

Im deutsch-schweizerischen Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach AG tobte seit längerem ein erbitterter Machtkampf. Die Nachkommen der Gründerfamilie, die Schmolz + Bickenbach GmbH & Co. KG, verlangten zusammen mit der Investmentgesellschaft Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg eine Kapitalerhöhung um 434 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat und die Generalversammlung sprachen sich am Freitag aber für 330 Millionen aus.

(se)