1. Home
  2. Unternehmen
  3. Führungskräfte: Ausländer dominieren

Unternehmen

Führungskräfte: Ausländer dominieren

Erstmals sind ausländische Manager in Schweizer Grosskonzernen in der Mehrheit. Stark vertreten sind die Amerikaner.

Von Christian Huggenberg
am 25.11.2003

Die personellen Veränderungen in den obersten Führungsetagen von Schweizer Grosskonzernen sind beachtlich. Anders als noch vor fünf Jahren sind es heute mehrheitlich ausländische Topkader, die den Ton angeben. Sie stellen 55% aller CEO bei den Schweizer Multis. Der Schweizer Anteil am obersten Management liegt bei rund 45%. Vor fünf Jahren waren es noch 64%.
Quasi im Gleichschritt haben sich auch die Verwaltungsräte der SMI-Konzerne weiter internationalisiert. Zwar bilden die Schweizer nach wie vor die Mehrheit in den Aufsichtsgremien der grossen, börsenkotierten Unternehmen. In absoluten Zahlen ausgedrückt hat sich die Zusammensetzung dieser Gremien aber noch dynamischer verändert als auf der operativen Ebene.
*Immer mehr Ausländer auch in den Verwaltungsräten*
Ausländische Verwaltungsräte sind Zugvögel, die gern in die Schweiz reisen: Ihr Anteil an Verwaltungsratssitzen hat sich innert kürzester Zeit mehr als verdreifacht und liegt inzwischen bei über 37%. Oder anders ausgedrückt: Waren vor fünf Jahren noch 84% der Verwaltungsratssitze in einheimischer Hand, so sind es heute nur noch 63%.
Am meisten zugenommen hat die Zahl der Manager sowie Verwaltungsräte aus dem anglo-amerikanischen Raum. Hauptgrund für diese Entwicklung ist das riesige Reservoir an qualifizierten Fachkräften aus den USA und aus Grossbritannien. Doch das ist nicht der einzige Grund. So hat etwa Deutschland als grosser angrenzender Rekrutierungsraum an Bedeutung eingebüsst. Der Anteil deutscher Manager von allen ausländischen Managern ist seit 1998 von 34% auf 20% geschrumpft.
Aus Schweizer Sicht scheinen amerikanische Manager über Vorzüge zu verfügen, welche in schwierigen Zeiten geschätzt werden. US-Amerikaner fackeln nicht lange. «Die wissen sich durchzusetzen», erklären Headhunter, «und sie haben die nötige Distanz zu den hiesigen Gepflogenheiten.» Wer den Anschein erweckt, zum Filz zu gehören, ist dagegen untragbar geworden.

Anzeige