Es wäre ein gigantischer Deal: Gemäss der britischen «Financial Times» erwägt der deutsche Chemiekonzern Evonik die Übernahme des Schweizer Rivalen Clariant. Das Geschäft könnte einen Spezialriesen mit einem Marktwert von über 20 Milliarden Euro, rund 21 Milliarden Franken, schaffen, heisst es in dem Bericht unter Verweis auf eingeweihte Kreise.

Demnach liegt der avisierte Übernahmepreis pro Clariant-Aktie bei 23 Franken, was einem Marktwert von insgesamt 7,3 Milliarden Franken entsprechen würde. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen, Evonik habe sich Clariant angeschaut, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Clariant-Aktie steigt

Eine Sprecherin von Clariant sagte, der Konzern kommentiere keine Marktgerüchte. Dennoch schossen die Clariant-Aktien an der Börse in Zürich 7 Prozent auf über 19 Franken hoch. Der Kurssprung wird sowohl in den Basiswerten als auch in den Derivaten von regen Handelsaktivitäten begleitet. Die Evonik-Titel gaben in Frankfurt 2,7 Prozent auf 32,09 Euro nach. 

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Bei Baader Helvea fühlt man sich von den Spekulationen bestätigt. Der viel beachtete Analyst schreibt, dass er schon seit längerer Zeit eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Übernahme von Clariant durch Evonik sehe. Sollte sich das Basler Unternehmen tatsächlich verkaufen wollen, sei mit zahlreichen Gegenofferten zu rechnen. 

Händler geben sich wenig überrascht

Laut Händlern wird grossen deutschen Chemiekonzernen wie Lanxess oder Evonik schon seit Jahren ein Interesse an Clariant nachgesagt. Eigentlich sei überraschend, dass der Spezialitätenchemiehersteller nicht schon früher das Interesse anderer grösserer Mitbewerber geweckt habe.

(awp/reuters/moh/tno/ama)