Das Einknicken der Schweiz gegenüber den USA im Steuerfall der UBS hat nicht nur die Aktien der Grossbank belastet auch Vermögensverwalter wie Vontobel oder Sarasin gerieten an der Börse unter die Räder.

Noch mehr zu verlieren beim Kampf ums Bankgeheimnis haben allerdings die kleineren Vermögensverwalter. «Für die kleineren Banken steht mehr auf dem Spiel als für die Grossen», sagt Teodoro Cocca, Professor für Asset and Wealth Management an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Grossbanken und grössere Vermögensverwalter bauen in den einzelnen Ländern direkt vor Ort neue Standorte auf und setzen schon seit längerer Zeit auf diese sogennannte «Onshore-Strategie».

Unschärfe macht erpressbar

Die kleinen Privatbanken, die von der Schweiz heraus das Geschäft betreiben, können es sich hingegen nicht leisten, in den einzelnen Ländern Niederlassungen zu eröffnen.

Doch Christian Rahn, Partner bei der Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer, bleibt gelassen: «Das Offshore-Banking wurde schon so oft für tot erklärt, doch auch jetzt sehen wir keine Welle von verunsicherten Kunden.» Kundenberater von Rahn & Bodmer reisen auch nicht in andere Länder, um Kunden anzuwerben. Eine solche Strategie hat auch ihre Vorteile. «Wenn eine Bank nicht in einem Land präsent ist, gibt es auch keine Banklizenz zu verlieren.»

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Heinz Jeger, Teilhaber der Basler Privatbank Baumann & Cie Banquiers, sagt: «Die UBS wurde erpressbar, weil sie in den USA ihre Onshore-Strategie nicht strikte durchsetzte und gleichzeitig auch offshore tätig war.» Andernfalls hätte die Schweiz nicht das Recht strapazieren müssen.

Diese Doppelstrategie dürfte sich nicht mehr lange halten. «In einem Land gleichzeitig On- und Offshore-Banking zu betreiben, funktioniert künftig nicht mehr», sagt Max Cotting, CEO von Aquila Investment, einem Verbund unabhängiger Vermögensverwalter. Kunden könnten deshalb von Banken wie UBS und Credit Suisse, die beide Geschäfte im gleichen Land betreiben, zu kleineren Banken ohne Auslandspräsenz abwandern.

Schaden für Privatbankiers

Die Schweizer Rechtsordnung sei mindestens teilweise ausgehebelt worden, um die UBS zu retten, sagt Michel Dérobert, Geschäftsführer der Vereinigung der Schweizerischen Privatbankiers. «Darunter leidet das Image des gesamten Finanzplatzes, und dies könnte auch den Schweizer Privatbanken schaden.»

Das Geschäft mit ausländischen Privatkunden, die ihre Gelder hierzulande anlegen wollen, ist bereits in den letzten Jahren weniger schnell gewachsen als das Onshore-Banking. Das Offshore- Banking werde weiter an Bedeutung verlieren, erwartet Cotting von Aquila.