Nicht nur in der Logistikbranche steht Nachhaltigkeit derzeit hoch im Kurs. Wer immer an die Öffentlichkeit geht, nutzt die Gelegenheit, sich einen «grünen Mantel» umzulegen. Seit der Umweltkatastrophe in Fukushima, Japan, sind Ökologie und der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen in der Gesellschaft und auch bei den Firmen präsenter denn je.

Auch die CeMAT 2011 stand ganz im Zeichen der «grünen Logistik». Unter dem Motto «Sustainability in Intralogistics» trafen Anfang Mai mehr als 1000 Aussteller und rund 58 000 Besucher an der bedeutendsten Fachmesse für Intralogistik in Hannover zusammen. Zahlreiche an der Messe erstmals vorgestellte Neuheiten zielten dabei auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Dass Nachhaltigkeit in der Logistikbranche derzeit voll im Trend liegt, ist nicht nur auf den Fukushima-Effekt zurückzuführen. Bereits seit mehreren Jahren hat der Begriff der «Green Logistics» Einzug gehalten. Dabei soll über die ganzheitliche Transformation von Logistikstrategien und -prozessen in Unternehmen ein umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozess geschaffen werden. Die klassischen Zielsysteme der Logistik werden um Umwelt- und Ressourceneinflüsse erweitert. Dabei treten Aspekte wie Energieeffizienz oder eine umfassende Ressourcenplanung verstärkt in den Vordergrund.

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Nachhaltigkeit in der Logistik dient aber nicht nur der Ökologie. Auch ökonomisch machen optimierte und effizientere Logistiksysteme Sinn. Viele Anbieter haben bereits früh erkannt, dass sich mit einem schonenden Umgang mit den Ressourcen Energie- und dadurch auch zusätzliche Kostensenkungspotenziale erschliessen lassen. Und genau dies ist es, was die Kunden bei den verschiedenen Logistikdienstleistern in der Regel suchen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die jüngst lancierten hybriden Gabelstapler, die mit einem elektrischen oder durch einen Dieselmotor verstärkten Antrieb betrieben werden. Laut den Herstellerangaben sollen damit Dieseleinsparungen um rund 0,6 Liter pro Stunde gegenüber einem reinen Dieselstapler möglich sein. Dies tönt eigentlich nach wenig. Rechnet man die Einsparungen auf ein ganzes Jahr auf, so ergibt sich bei einem Ölpreis um 110 Dollar pro Barrel eine Kostenreduktion um fast 2000 Franken pro Gerät. Gleichzeitig wird dadurch auch der CO₂-Ausstoss reduziert.

Das Beispiel zeigt, dass Nachhaltigkeit in der Logistik nicht nur der Umwelt zugute kommt. Die Logistikdienstleiter sollten daher auch zum Wohle ihrer Kunden die Anstrengungen in diesem Bereich weiter vorantreiben.