Sein privates wie sein geschäftliches Umfeld attestieren ihm einen gesunden Optimismus. Für die Schweiz sei er jedenfalls nicht pessimistisch, antwortet denn auch der Chef der Amag Import AG, Morten Hannesbo (46). Amag Import mit Sitz in Schinznach ist in der Schweiz verantwortlich für VW, Audi, Seat und Skoda. «Allerdings», fügt Hannesbo hinzu, «auf internationaler Ebene verfolgen wir die Lage mit gewisser Besorgnis.» Hanneso glaubt, dass die Realwirtschaft hierzulande auch 2009 durchaus gut funktionieren werde. Dennoch folgt ein Aber: «Es ist keineswegs klar, was alles noch passieren wird.»

Leaderposition weiter festigen

Von Hannesbos Einwand hängt ganz wesentlich der Erfolg des umsatzstärksten Schweizer Autoimporteurs ab. Sein Chef rechnet für 2009 mit ungefähr 270000 verkauften Neuwagen. Dies wäre im Vergleich zum Ergebnis im abgelaufenen Jahr 2008 (gerechnet wird mit gegen 285000 Immatrikulationen) ein Minus von 4 bis 5%. In den meisten Ländern im EU-Raum sehen Zahlen wie Prognosen deutlich düsterer aus. Was die Amag Import betrifft, ist es Ziel von Hannesbo, den hiesigen Marktanteil von 22,6% (2007) und damit die Leaderposition auszubauen.

Auch in Sachen Investitionen will Hannesbo 2009 nicht den Rückwärtsgang einlegen (siehe «Nachgefragt»). Entlassungen stünden nicht zur Diskussion, und die Lohnsumme sei um 2,5% erhöht worden, allerdings nicht generell, sondern auf individueller Basis, heisst es in Schinznach Bad.

In diesem Umfeld fühlt sich Hannesbo wohl. Aber seine Aufgaben sind trotzdem nicht einfach, geht es doch um die Stärkung der Leaderposition im hiesigen Automobilmarkt (Umsatz der Amag-Gruppe 2007: 4,1 Mrd Fr., + 600 Mio Fr. gegenüber 2006; 4525 Beschäftigte; Zahlen für 2008 werden am 16. Januar 2009 publiziert).

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Am Sparen kommt auch Hannesbo nicht vorbei. Der Eigner der Amag-Gruppe, die Familie Haefner, hat in Hannesbos Pflichtenheft ganz oben die Kostenoptimierung geschrieben. Sie ist Kern eines Programms, das unter «Amag 2010» läuft und vor zwei Jahren gestartet wurde. Hannesbo, seit 1. August 2007 an seiner jetzigen Position tätig, führt es weiter und gibt zum gegenwärtigen Stand an: «Wir haben schon vieles erreicht, was aktuell notwendig ist.» Die Sensibilität der Belegschaft sei «auf das Verhindern von ?schlechten Kosten? geschärft».

Starker Rückhalt in Wolfsburg

Der Chef der Amag Importorganisation gibt sich überzeugt, dass die Existenz des Unternehmens gesichert ist, zumal sich die Diskussionen über die Verluste von Importrechten verflüchtigt haben. Zwar ging der Porsche-Import verloren, doch die Marken VW, Audi, Seat und Skoda verbleiben bei Amag, «was» - so Hannesbo - «wir bei verschiedenen Meetings auf Vorstandsebene deutlich feststellen konnten». Was bedeutet: Der VW-Konzern setzt weiterhin auf seinen Schweizer Generalimporteur Amag.

Was die Importrechte für neue Marken betrifft, zum Beispiel aus China, gibt der Chef von Amag Import ebenfalls eine klare Antwort: «Wir besitzen mit den Marken der Volkswagen AG noch weiteres Potenzial auf dem Schweizer Markt. Andere Marken hingegen stehen nicht auf unserer To-do-Liste.»

 

 

NACHGEFRAGT Morten hannesbo, Managing Director, Amag Import AG, Schinznach Bad


«Für 2008 rechnen wir mit Marktanteilsrekord»

Glauben Sie, dass die Wirtschaftskrise die Schweiz und speziell die Automobilbranche noch stärker treffen wird als bisher?

Morten Hannesbo: Eine Prognose ist aktuell schwierig. Es ist zu unterscheiden zwischen der importierenden und der exportierenden Automobilbranche. Der Schweizer Fuhrpark hat mittlerweile ein gewisses Alter erreicht. Rund 1,3 Mio Autos sind älter als zehn Jahre. Dadurch entsteht irgendwann ein Austauschbedarf. Insofern gehen wir davon aus, dass auch im nächsten Jahr neue Autos ver- respektive gekauft werden. Wir haben das Glück, dass wir ein junges, attraktives und vor allem auch energieeffizientes Angebot führen. Sicher stärker betroffen von der Krise ist die Schweizer Zulieferindustrie, die direkt von den Automobilherstellern abhängig ist.

Welche grösseren Investitionen plant die Amag in nächster Zukunft?

Hannesbo: Wir setzen unser Programm fort, aktuell investieren wir in die Infrastruktur unserer eigenen Import- und Retailbetriebe. Alles in allem sprechen wir hier von Investitionen in der Höhe von 300 Mio Fr. Grösste Einzelinvestition ist unser Garagenprojekt in Dübendorf.

Wird das Amag-Händlernetz in absehbarer Zukunft so bleiben, wie es ist, oder sind Änderungen geplant?

Hannesbo: Amag Retail plant weder einen aktiven Ausbau noch den Abbau des bestehenden Filialnetzes.

Welche Auswirkungen hatte der Abgang von Porsche auf Umsatz und Gewinn der Amag-Gruppe? Wie füllt die Amag diese Lücke?

Hannesbo: Importeurseitig - hier fand der Abgang von Porsche statt - konnten wir mit den anderen Marken die Lücke bereits 2008 schliessen. Wir werden deshalb wohl auf dem Schweizer Markt einen neuen Marktanteilsrekord erreichen und mit VW, Audi, Skoda und Seat so viele Autos verkauft haben wie nie zuvor. Unsere Zahlen für 2008 geben wir am 16. Januar 2009 bekannt.