Auch das kleine Biotechunternehmen Cytos hat mit der Übernahme von Speedel durch Novartis Aufmerksamkeit erregt: Sein bisher einziges Einkommen bezieht Cytos ebenfalls durch Novartis – letztes Jahr 35 Millionen für die Entwicklung eines Wirkstoffes gegen Nikotinsucht. Meilensteinzahlungen sollen folgen. Das hat die Spekulation genährt, auch Cytos könnte für Novartis zum Übernahmekandidaten werden. Wolfgang Renner, Gründer und CEO von Cytos, schliesst das nicht aus: «Von den erfolgreichen kleinen Biotechfirmen werden wohl mehr als die Hälfte übernommen. Auch wir schliessen einen solchen Ausgang nicht aus, wenn es angezeigt ist.»

Doch sei das Ziel weiterhin, mit dem eigenen Businessmodell profitabel zu werden: «Wir suchen niemanden, der uns übernehmen will, wir halten uns bloss alle Optionen offen», meint Renner. Sein Unternehmen wolle weiterhin nur punktuell Lizenzen an den entwickelten Produkten verkaufen: «Wenn wir das Recht auf unsere Entwicklungspalette abtreten würden, wären wir als Übernahmekandidat nicht mehr attraktiv», sagt Renner.

Novartis dürfte ohnehin nicht der einzige Kooperationspartner von Cytos bleiben. Wolfgang Renner bestätigt, dass Gespräche mit weiteren Unternehmen geführt werden, will sich aber nicht zu Details äussern. Auf weitere Abschlüsse ist das Unternehmen mit seinen 135 Beschäftigten dringend angewiesen. Der aufgelaufene Gesamtverlust beläuft sich mittlerweile auf etwa 170 Mio Fr. Noch immer verliert Cytos monatlich etwa 3,5 Mio Fr.

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Schwarze Zahlen wird Cytos laut Wolfgang Renner sehen, wenn neben dem Wirkstoff gegen die Nikotinsucht ein weiteres Produkt auslizensiert werden kann. Mit einem Projekt gegen hohen Blutdruck und einem Allergiemittel ist Cytos bereits auf der Suche nach einem Lizenznehmer. «2009 wird voraussichtlich ein Deal zustande kommen», ist Renner überzeugt.

Positive Studienresultate

Vor allem die Entwicklung eines Allergiemittels hat dank positiver Studienresultate zusätzlich Aufsehen erregt. Der neuartige Cytos-Wirkstoff QbG10 wurde in zwei Phase-IIa-Studien gegen Katzen- und Hausmilbenallergie getestet. «Wir wollten wissen, ob wir mit QbG10 das Immunsystem und damit die allergische Veranlagung des Patienten beeinflussen können oder ob das Mittel nur im Zusammenhang mit einer ganz bestimmten Allergie wirkt.» Die Testresultate sprechen für eine allergenunabhängige Wirkung. «Dieses Ergebnis vergrössert die Absatzchancen von QbG10 erheblich», sagt Wolfgang Renner.