Die Bilder und Videos verschiedenster bildgebender Untersuchungsmethoden bilden die Grundlage für einen grossen Teil der Diagnostik. Wegweisend ist hier der radiologische Bereich, mit typischerweise stark fortgeschrittener Digitalisierung – analoge Anforderungen existieren aber in allen klinischen Bereichen. Diese sollten für die Organisation unbedingt gesamthaft betrachtet und strategisch adressiert werden.

Eine weitere Quelle digitaler Inhalte bilden die Informationssysteme, die strukturierte Informationen, zum Beispiel Laborwerte, und Befunde verwalten. Diese Informationen können für die Verteilung, Dokumentation und Absicherung an bestimmten Punkten in Dokumente gebündelt und archiviert werden. Schliesslich nehmen der Anteil und die Bedeutung von Dokumenten, Bildern und Videos, die ausschliesslich zur Dokumentation erfasst werden, stark zu. Die Bandbreite reicht von Zustimmungserklärungen des Patienten bis zur Videodokumentation operativer Eingriffe.

Mehrere Terabyte pro Jahr

Sämtliche digitalen Inhalte müssen eng vernetzt sein mit den verschiedenen Informationssystemen, welche strukturierte Informationen verwalten und die Workflows im klinischen Betrieb steuern. Zusätzliche Bedeutung erlangt das Management der digitalen Inhalte durch die zunehmende Vernetzung des Gesundheitswesens im Rahmen von E-Health-Initiativen und auch mit den steigenden Ansprüchen der Patienten, Zugriff auf ihre Gesundheitsakte zu bekommen.

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Augenscheinlich ist, dass es sich insgesamt um sehr sensible Daten handelt, die über lange Zeiten sicher aufbewahrt werden und in kritischen Abläufen schnell zur Verfügung stehen müssen. Die Performance des ECM-Systems muss sicherstellen, dass Daten im Gigabyte-Bereich abgerufen werden können, ohne die Effizienz der Routine und die Qualität der Behandlung zu beeinträchtigen. Die Anzahl der Zugriffe nimmt zwar mit dem Alter der Daten ab – weniger aber die Ansprüche an schnelle Verfügbarkeit.

Das Volumen an digitalen Neudaten liegt aktuell je nach Grösse eines Spitals zwischen einem und einigen zehn Terabyte pro Jahr. Diese Rate wächst durch zunehmende Digitalisierung und steigende Auflösung zudem exponentiell mit einer Verdopplungszeit zwischen 18 bis 30 Monaten. Die vorgeschriebenen Aufbewahrungszeiten der Daten zwischen 10 und 30 Jahren ist für das Gesamtvolumen indes relativ belanglos. Bedingt durch das exponentielle Wachstum sind bei einer Verdopplung der Datenrate alle 24 Monate immer knapp 50% der Daten jünger als zwei Jahre. Andererseits übersteigen die Aufbewahrungszeiten deutlich die Einsatzdauer von ECM-Systemen. Die Ablösung einer Technologie muss so bereits Teil der Einsatzplanung sein. Leistungsfähige, aber einfache Szenarien sind so prinzipiell überlegen.

Die Sicherheit der Datenhaltung bedeutet, den berechtigten Zugriff ebenso sicherzustellen wie den unbedingten Schutz vor Manipulation und Verlust. Der Rahmen wird hier auch von gesetzlichen Vorgaben bestimmt. Dabei muss die gesamte Prozesskette betrachtet werden, damit nicht nur die Inhalte, sondern auch ihr fundamentaler Kontext geschützt sind. Den Anforderungen stehen leistungsfähige Lösungen auf verschiedenen Ebenen gegenüber.

Nicht nur nach Lehrbuch

Klassische Storage Arrays bilden an der Basis die erste Linie zur Speicherung und Auslieferung der Daten. Die genaue Technologie ist zweitrangig, solange ausreichend Volumen, und zwar leistungsfähig und ökonomisch, zur Verfügung gestellt werden kann. Archivsysteme ergänzen die infrastrukturelle Ebene um Verschlüsselung, Überschreibschutz und örtliche Redundanz. Moderne, festplattenbasierte Lösungen bieten hier optimale Sicherheit, hohe Leistungsfähigkeit und problemlose Migration.

Strategische Applikationen bilden das Rückgrat, das idealerweise von den Ebenen der Infrastruktur bis zu den Standardwerkzeugen der Benutzer reicht. Eine hohe vertikale Integration widerspricht zwar mancher Lehrbuchansicht, ermöglicht aber in der Praxis eine effiziente Koppelung der Ebenen und einen leistungsfähigen Betrieb. Als dritte Ebene setzt die Integration mit den Informationssystemen und Fachapplikationen an. Spezifische Standards wie Dicom, HL7 und IHE regeln dabei den Datenaustausch.

Für den Lösungsanbieter bedeutet ECM im medizinischen Bereich nicht, ausgefeilte Spezialtechnologien zu vertreten, sondern die Auswahl, den Einsatz und den Betrieb von abgestimmten Lösungen kompetent zu begleiten, um schliesslich die Benutzer mit Informationen in höchster Qualität zu versorgen.