Talente in der Logistik und im Supply Chain Management (SCM) fehlen. Unternehmen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal auf allen Stufen - vom Transportplaner, der zuverlässig das Tagesgeschäft im Griff hat, bis zur Führungskraft, welche über Standortverlagerungen oder den Ausbau von Lieferantennetzwerken in Osteuropa oder Asien entscheiden muss.

Nur wenige Unternehmen sind auf die Aufgaben der nächsten Jahre ausreichend vorbereitet. Und die Herausforderungen, welche die traditionelle Unternehmensführung und Leistungserbringung radikal verändern werden, sind weitreichend: Weltweite demographische Veränderungen haben zur Folge, dass in Wachstumsmärkten produziert und verkauft und in den angestammten Märkten neue Produkte angeboten werden müssen. Der Aufstieg der BRIC-Länder wird zu neuen Macht- und Handelsstrukturen führen. Bestehende Wertschöpfungsnetzwerke müssen vollständig umgebaut werden. Ökologische Ziele - die stark von Ressourcenverbräuchen und Wertschöpfungsströmen beeinflusst werden - treten neben finanzielle Ziele. Risiken sind sowohl in der Finanz- als auch der realen Welt systemimmanent und müssen stärker in Managemententscheidungen Berücksichtigung finden. Die durch das Internet beschleunigten technologischen Entwicklungen werden weiter voranschreiten. Nur Unternehmen, die sich an diese Veränderungen anpassen können, werden langfristig erfolgreich sein. Hierzu benötigen sie qualifizierte Führungskräfte.

Die Bildungslandschaft in der Schweiz und die Berufsbilder auf den Gebieten Supply Chain Management, Beschaffung, Logistik und Transport sind vielfältig. Für nahezu alle Stufen werden Aus- und Weiterbildungsprogramme angeboten, sodass Unternehmen ihre Mitarbeiter nach der Berufsbildung oder in den ersten Jahren nach dem Studium weiterqualifizieren können. Hierzu gehören Tages- und Wochenseminare zu fachspezifischen Themen, genauso wie breitere und umfassendere Ausbildungen durch Organisationen wie SVME, GS1 oder Swiss Export, die zu eidgenössischen Fachausweisen oder Diplomen für Einkaufs-, Logistik- oder Exportleiter führen.

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Den Spagat schaffen

Wenn es aber um Aus- und Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte in Logistik und Supply Chain Management geht, ist die Auswahl an geeigneten Angeboten sehr begrenzt. Sowohl in der Schweiz als auch im benachbarten Ausland gibt es kaum ein Programm, welches konsequent auf die Bedürfnisse von Unternehmen und deren Führungskräften ausgelegt ist. Hierfür sind zwei Gründe anzuführen. Zum Ersten kann Top-Management-Ausbildung nur durch Institutionen erbracht werden, die gewohnt sind, auf höchstem akademischem und wissenschaftlichem Niveau zu arbeiten, und dabei in engem Kontakt mit der Unternehmenspraxis stehen. Bekannte Beispiele wie Insead in Europa oder MIT und Wharton in den USA zeigen, dass exzellente Lehre eng mit internationaler Spitzenforschung und Vernetzung in die Wirtschaft verbunden ist. Auf dem Gebiet der Logistik und des Supply Chain Management gibt es in Europa aber nur wenige forschungsintensive Institute. Und kaum eines schafft es, den «Spagat» zwischen Spitzenforschung und Praxisnähe unter einen Hut zu bringen.

Zum Zweiten verlangen Unternehmen, dass sich ihre wertvollsten Mitarbeiter parallel zur beruflichen Tätigkeit qualifizieren, um den Ausfall der raren Managementkapazität so gering wie möglich zu halten. Damit zusammenhängend wird Logistik zunehmend als eine wettbewerbskritische Managementfunktion gesehen. Dies bedeutet, dass eine Ausbildung neben dem fachlichen Know-how auch die Führungs- und interkulturellen Qualifikationen stärken muss. Nur wenige Programme werden diesen Anforderungen der Unternehmen gerecht.

Internationale Ausrichtung

Das berufsbegleitende Studium zum Executive MBA in Supply Chain Management an der ETH Zürich fokussiert auf Unternehmensführung, Internationales Management und Supply Chain Management und befähigt die Teilnehmer zu neuen Führungsaufgaben im Unternehmen. Das Programm ist durch Internationalität geprägt. Neben der durchgängigen Englischsprachigkeit lernen die Teilnehmer das wirtschaftliche Umfeld, Unternehmen und Universitäten in Russland, Japan, China und den USA kennen. Die im laufenden Kurs vertretenen 14 Nationalitäten der 26 Teilnehmer unterstreichen die Internationalität.

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Neben einem Studienaufbau und Studieninhalten, welche konsequent auf die Bedürfnisse von Unternehmen und Führungskräften ausgelegt sind, müssen die Qualität der Führungskräfteausbildung über die Teilnehmerauswahl, ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und eine externe Validierung sichergestellt werden. Die Teilnehmer werden nach strengen Kriterien in Bezug auf die akademische Vorbildung und Berufspraxis selektiert und das Programm ist in die Qualitätssicherung der ETH Zürich eingebunden. Anerkannte Organisationen, wie die EFMD (European Foundation for Management Development) in Brüssel, liefern über anspruchsvolle Akkreditierungsprozesse und Peer-Reviews wertvolle Anstösse für die kontinuierliche Verbesserung. Der Executive MBA in Supply Chain Management erhielt 2010 die Programmakkreditierung durch die EFMD. Nach erfolgreichem Abschluss des 18-monatigen Studiums werden die meisten Absolventen schon nach kurzer Zeit in verantwortlichere Positionen befördert. Lebenslang können sie ihr Netzwerk mit der aktiven Alumni-Organisation ausbauen.

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