Im Januar kam es in der Schweiz zu 365 Firmenpleiten. Das zeigen Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes Bisnode D&B. Obwohl im Vergleich der Grossregionen die Zahl konstant oder leicht unter dem Vorjahreswert lag, verzeichnete das Tessin eine besonders hohe Anzahl an Insolvenzen. Gleichzeitig sank im ersten Monat die Anzahl an neuen Handelsregistereinträgen um sechs Prozent.

Sind dies bereits die Auswirkungen des SNB-Entscheides? «Bei den Konkursen wird es einige Monate dauern, bis es durchschlägt», sagt Mediensprecher Christian Wanner. Die Experten von Bisnode D&B rechnen mit ein bis zwei Jahren, bis die Kapitalpuffer der Unternehmen aufgebraucht sind und ein deutlicher Anstieg bei den Firmenpleiten folgen wird. «Gegen Ende Jahr wird man das Ausmass der Problematik sehen können», ist Wanner überzeugt.

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Gefürchteter Domino-Effekt

Die veränderte Wirtschaftssituation hat aber auch deutliche Auswirkungen auf die Firmengründungen. «Kurzfristig wird man nochmals genauer überlegen, ob man unternehmerisch tätig wird», sagt Wanner. Denn besonders in der exportorientierten Branche, dem Gastgewerbe und in der Hotellerie ist die Situation viel schwieriger geworden.

Doch es könnte noch mehr Ungemach drohen. Wenn die Firmeninsolvenzen schlagartig zunehmen, befürchtet der Wirtschaftsinformationsdienst einen «Domino-Effekt». Dieser stellt sich ein, wenn sich die Insolvenz von den direkt betroffenen Firmen auf angegliederte Unternehmen und Dienstleister ausweitet. Nun müssen sich die Unternehmen rasch auf die neue Situation einstellen, um grösseren Schaden zu verhindern.