Dies teilte Porsche in Stuttgart mit. Das Projekt könnte aber auch ganz scheitern.

Kommt es zu wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung, sinkt nach Einschätzung des Vorstands der Porsche SE auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt", hiess es in der Erklärung weiter.

Der frühere Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter waren wegen ihrer Finanzspekulationen ins Zwielicht geraten. Sie hatten versucht, Volkswagen zu übernehmen.

Der Vorstand der Porsche SE selbst geht derzeit allerdings trotz der juristischen Probleme weiter davon aus, dass eine Verschmelzung - gegebenenfalls auch noch nach 2011 - gelingen kann. Mit dem Abschluss der Ermittlungsverfahren gegen die früheren Porsche-Vorstände sei frühestens zu Beginn des Jahres 2012 zu rechnen.

Zuvor hatten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" in ihren Donnerstagsausgaben berichtet, dass schwere Vorwürfe gegen Ex-Porschechef Wiedeking fallen gelassen worden seien. Gleichzeitig werde aber wegen des "Anfangsverdachts" der Untreue ein neues Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.

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Das Verfahren soll sich den Berichten zufolge auch gegen Härter richten. Das Führungsduo soll bei den riskanten Aktiengeschäften in Milliardenhöhe Vermögen des Sportwagen-Konzerns auf unlautere Weise gefährdet haben.

Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen läuft seit Septemer 2007. Lange Zeit sah der deutlich kleinere Sportwagenbauer Porsche wie der sichere Sieger aus. Wiedeing und Härter gelang es über waghalsige Finanzkonstruktionen, Porsche 2008 den Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu sichern.

Sie lösten damit Kurskapriolen bei den VW-Aktien aus. Doch in der Wirtschaftskrise platzte die Finanzierung und damit auch die Träume Wiedekings. Er und sein Finanzvorstand mussten den Platz räumen und Volkswagen war am Drücker. Die Wolfsburger sicherten sich 49,9 Prozent an der Porsche AG.