Die Fusionspläne zwischen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und seinem britischen Konkurrenten BAE Systems haben noch nicht die Zustimmung des französischen EADS-Grossaktionärs Arnaud Lagardère.

Bevor die Lagardère-Gruppe grünes Licht für ein solches Projekt gebe, müssten alle möglichen Konsequenzen geprüft worden sein, liess der Unternehmer und EADS-Chefkontrolleur verlauten. Das Projekt sei dem EADS-Verwaltungsrat noch nicht vorgelegt worden.

Hintergrund der Debatte: In der Rüstungsbranche bahnt sich ein Mega-Zusammenschluss an. So bestätigte der EADS-Konzern Fusionsgespräche mit dem britische Konkurrenten BAE Systems. Zuvor hatten die Briten über einen möglichen Zusammenschluss informiert. In der EADS-Erklärung heisst es weiter: «Es kann keine Gewissheit bestehen, dass die Gespräche letztendlich zu einer Transaktion führen werden.» Auch müsse der EADS-Verwaltungsrat noch zustimmen.

EADS ist mit seiner Tochter Airbus einer der weltweit führenden Luft- und Raumfahrtkonzerne und zählt wie BAE Systems auch im Rüstungsbereich zu den weltgrössten Unternehmen. Mit mehr als 133'000 Mitarbeitern wurde im vergangenen Jahr ein Umsatz von 49,1 Milliarden Euro erzielt. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Fusionsverhandlungen berichtet. Die Aktien von BAE Systems waren daraufhin stark gestiegen.

Es gebe Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss, hiess es in einer von BAE Systems am Abend veröffentlichten Mitteilung. An dem gemeinsamen Unternehmen würde EADS die Mehrheit von 60 Prozent halten und BAE Systems die restlichen Anteile. Angestrebt werde zudem eine doppelte Börsennotierung.

(chb/muv/sda/awp)

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