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Fusion
Fusions-Deal beflügelt Holcim-Aktie

Werkplatz bei Holcim: Die Fusion mit Lafarge ist perfekt.   Keystone

Die Zementriesen Holcim und Lafarge wollen sich zusammenschliessen und LarfargeHolcim nennen. Die Aktionäre freut's: Die Kurse beider Konzerne hatten am Morgen Auftrieb.

Veröffentlicht am 07.04.2014

Holcim und Lafarge wollen den grössten Zementkonzern der Welt bauen. Der Schweizer Weltmarktführer und die Nummer zwei aus Frankreich sind in 90 Ländern tätig und kommen zusammen auf einen Umsatz von 39 Milliarden Franken und operativ auf einen Gewinn von 8 Milliarden Franken.

Nach mehrtägigen Spekulationen über eine Fusion haben die beiden Grossunternehmen ihren Plan offiziell vorgestellt. Holcim-Verwaltungsrat Wolfgang Reitzle ist als Präsident vorgesehen, und der Franzose und bisherige Lafarge-Lenker Bruno Lafont soll die Rolle des Konzernchefs übernehmen, wie mitgeteilt wurde.

Auftrieb für die Aktien beider Konzerne

Die angekündigte Fusion beflügelt die Investoren. Die Holcim-Aktie war eine halbe Stunde nach Handelsstart in Zürich 5,2 Prozent mehr wert als am Freitagabend. Die Anleger in Paris trieben den Kurs von Lafarge um 3,9 Prozent hoch.

Die Analysten der Bank Notenstein glauben, dass die erwarteten Synergien in der geplanten Fusion für die Anleger ein wichtiger Grund sind, Aktien der beiden Konzerne zu kaufen: «Die Position als globaler Marktführer im Bereich Zement, Beton und Zuschlagstoffe bietet neue Optimierungsmöglichkeiten», heisst es in einem Kommentar der St. Galler Privatbank.

Der neue Konzern LafargeHolcim soll innerhalb der ersten Jahreshälfte 2015 Realität werden und seinen Sitz in der Schweiz haben. Oberstes Gremium des Megakonzerns wäre dann ein 14-köpfiger Verwaltungsrat, in den von beiden bisherigen Konzernen je sieben Mitglieder einziehen sollen.

Einsparungen von zehn bis 15 Prozent

Durch den Zusammenschluss sollen 1,7 Milliarden Franken an Synergien drinliegen. 10 bis 15 Prozent des Geschäfts sollen abgestossen werden, um Mehrspurigkeiten zu verhindern und um regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden, wie weiter mitgeteilt wurde.

Die Fusion der beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge soll aber zu keinen Standortschliessungen führen. Das versicherten Holcim-Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron und der neue Konzernchef des fusionierten Unternehmens, Bruno Lafont, am Montag an einer Telefonkonferenz.

«Wir fusionieren nicht, um die Gruppe tiefgreifend zu restrukturieren», sagte Lafont. Holcim und Lafarge hätten bereits in der Vergangenheit ihre Unternehmensteile fit getrimmt. Dass schliesse jedoch nicht aus, dass der neue Konzern seine Strukturen laufend überprüfen werde.

Holcim will einen öffentlichen Aktientausch anbieten: Für eine Lafarge-Aktie bietet Holcim eine eigene Aktie an. Der avisierte Fusion wird allerdings als ein Zusammenschluss unter gleichen bezeichnet. Die Hauptaktionäre der beiden Unternehmen seien mit dem Vorhaben einverstanden, hiess es weiter. Der Schweizer Industrielle Thomas Schmidheiny ist einer der Holcim-Grossaktionäre.

Weko prüft die Fusion nicht

Bei der Wettbewerbskommission (Weko) ist der Zusammenschluss kein Thema. Da Lafarge in der Schweiz einen jährlichen Umsatz von weniger als 100 Millionen Franken erzielt, ist die Fusion nicht meldepflichtig. Aus diesem Grund sei die gesetzliche Schwelle nicht gegeben, um tätig zu werden, heisst am Montag bei der Weko auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Wettbewerbsbehörde prüft Zusammenschlüsse erst, wenn beide involvierten Unternehmen mindestens einen Umsatz von je 100 Millionen Franken pro Jahr in der Schweiz generieren.

Der Zementkonzern Holcim führt am Montagnachmittag eine Medienkonferenz zur geplanten Fusion mit Lafarge durch. Sie wird geführt von Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident Holcim, und Bruno Lafont, Präsident und CEO von Lafarge.

(sda/dbe/me)

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