Bei Hotelplan setzt man für die Euro auf kontrollierte Defensive. Dank der strategischen Partnerschaft mit der deutschen Fluggesellschaft Air Berlin, die dem Reiseveranstalter eine flexible Anpassung des Ferienangebots erlaubt, wurden die Sitzkapazitäten für den Euro-Monat Juni bewusst verkleinert. Dies in der Vorahnung, dass sich die meisten Schweizer das Fussballfest vor der eigenen Haustüre nicht entgehen lassen möchten.

Wer diesen einmaligen Event in der Schweiz miterleben wolle, lasse sich auch durch noch so preisgünstige Aktionen nicht davon abbringen, ist Roberto Luna, Bereichsleiter bei der Migros-Tochter, überzeugt. Hotelplan habe aufgrund der weniger eingekauften Flugplätze im Juni zwar einen geringfügigen Umsatzrückstand. «Dafür sind wir betreffend Auslastung und Ertrag besser unterwegs», ergänzt Luna.

Bereits während der Euro für mehr Offensivkraft haben sich derweil die wichtigsten Konkurrenten Kuoni und TUI Suisse entschieden. Beide bestätigen, dass sie im Euro-Monat nicht weniger Ferienflugsitze an Badedestinationen bewegen als vergangenes Jahr.

Fussball-Rabatt zieht

Um seine Flieger trotz Fussball-Euphorie zu füllen, hat Kuoni mit seiner Günstigmarke Helvetic Tours bereits Anfang Jahr einen Fussball-Rabatt für Buchungen im Juni lanciert. Dieser sei sehr gut genutzt worden, sagt Sprecher Peter Brun. «Wir sind im Vorjahresvergleich sogar besser ausgelastet.»

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Auch bei TUI Suisse bewege sich der Buchungsstand für den Euro-Monat bei gleicher Angebotsgrösse in etwa auf Vorjahresniveau, meint Sprecher Roland Schmid. Ein paar Fussball-Muffel mehr dürften es auf deren Flügen aber trotzdem noch werden, wie die zurzeit intensiven Werbeaktivitäten mit Plakaten und Radio-Spots belegen.

Freie Ferienplätze habe es im Juni nach eigenen Angaben noch bei allen drei Reiseveranstaltern.