Der Basar um Jelmoli hat begonnen. Der Verwaltungsrat hat letzte Woche seine Pläne für die Aufteilung in zwei separate Gesellschaften, eine Immobiliengesellschaft und eine Investmentgesellschaft, präsentiert. Mehrheitsaktionär Georg von Opel hat sich noch nicht für eine Aufteilung entschieden. «Alles ist offen», sagt Von- Opel-Sprecher Siro Barino.

Dabei spielt die Einführung der Einheitsaktie für die Immobiliengesellschaft eine entscheidende Rolle. Mit wie viel soll von Opel entschädigt werden, wenn er die Kontrollmehrheit verliert? Verwaltungsrat Walter Fust, nach von Opel grösster Aktionär von Jelmoli, meint: «Die Frage stellt sich: Ist eine Prämie berechtigt oder nicht? Eine Abspaltung heisst, die Immobilien werden separat gehandelt. Eine Immobilienaktie hat Obligationencharakter. Für eine Obligation zahlt niemand eine Prämie, weil er ein Stimmrecht hat.»

Fust hält direkt und indirekt 14,3% der Stimmrechte und 7% des Aktienkapitals. Mehrheitsaktionärin ist Pelham Investments, die zu 90% der Hansa gehört. Hansa ist im Besitz von Georg von Opel. Pelham hält 52,9% der Jelmoli-Stimmrechte und 25,2% des Aktienkapitals. Die restlichen 10% der Pelham besitzt die MCG, an der Jelmoli-VR Gustav Stenbolt und indirekt Georg von Opel beteiligt sind.

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«10 Prozent wären vertretbar»

Fust ist dafür, dass Mehrheitsaktionär von Opel für den Stimmenverlust entschädigt wird, aber dazu brauche es neutrale Experten, die dies berechnen. «Ich will nicht streiten mit von Opel. Aber es wird keine gegenseitigen Geschenke geben. Es soll korrekt zugehen.» Jelmoli-Verwaltungsratspräsident Christopher Chamber erklärte letzte Woche, eine Prämie von 25 bis 30% sei in solchen Fällen üblich. Ganz anderer Meinung ist Ekkehard Wenger, gefürchteter deutscher Wirtschaftsprofessor und Jelmoli-Aktionär: «Eine 10%- Prämie wäre vertretbar. Sonst würde ich mich wehren.»

Was hat der VR mit dem Immobilienteil vor? Für die Zukunft des Immobilienteils sei alles möglich, meint Fust. Man könne einzelne Immobilienteile verkaufen, andere Immobilen kaufen oder sich mit grossen Immobiliengesellschaften zusammenschliessen. Bereits habe man gute Angebote für einzelne Immobilien erhalten.

Fust erklärt, dass er sich vorstellen könnte, seine Aktien einmal zu verkaufen. Dabei müsse aber der Preis stimmen, was beim gegenwärtigen Aktienkurs nicht der Fall sei. Doch er sei zuversichtlich.

Sonderbonus in Aktien

Zuversichtlich scheint auch Jelmoli-Verwaltungsrat Stenbolt zu sein. Er hat letzte Woche beantragt, dass sein Sonderbonus bei Jelmoli für das Jahr 2007 zur Hälfte in Aktien ausgerichtet wird. Für 1,134 Mio Fr. wurden ihm Jelmoli-Aktien rückwirkend per 3. Januar zugeteilt. Stenbolt, der in der Stadt Genf wohnt, meint: «Diese Art der Auszahlung hat auch steuerliche Gründe.» Stenbolt war bis letzten August CEO von Jelmoli und ist heute Chef der Valartis Bank. Solange die Aktionäre dem Vorschlag des VR nicht zustimmen würden, gäbe es bei Jelmoli noch grosse Unsicherheiten. Stenbolt meint: «Abwarten.» Für die Realisierung des VR-Plans braucht es die Kapital-und die Stimmenmehrheit.