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Strategie
Galenica steht vor der Aufspaltung

Galenica-Präsident Etienne Jornod: Aus eins mach zwei.   Keystone

Der Berner Gesundheitskonzern steuert 2014 auf einen neuerlichen Rekordgewinn zu – und plant gleichzeitig, die Konzernstruktur massiv zu verändern. Der Zeitplan dafür bleibt allerdings vage.

Veröffentlicht am 12.08.2014

Das Berner Pharmaunternehmen Galenica will sich in zwei voneinander unabhängige börsenkotierte Unternehmen aufspalten. Das eine umfasst das Pharma-, das andere das Retail- und allgemeine Gesundheitsgeschäft. Im Gesamtjahr 2014 will Galenica erneut mehr Gewinn erzielen.

Der Posten eines Konzernchefs der Galenica Gruppe wird aufgehoben, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. David Ebsworth tritt zurück und geht am 1. August 2015 in den Ruhestand. Bis dahin soll er den Transformationsprozess unterstützen.

Zwei Konzernchefs geplant

Die neuen unabhängigen Unternehmen Vifor Pharma und Galenica Santé sollen von zwei neuen Konzernchefs geführt werden. Vifor Pharma entsteht aus der aktuellen Generaldirektion Pharma bei Galenica.

Vifor bleibt in der Holdingstruktur von Galenica. Davon sollen die Aktionäre profitieren und gleichzeitig wird das Kursrisiko vermindert, das ein kleines Spezialpharmaunternehmen an der Börse erfahren könnte.

«Wenn die Zeit dafür gekommen ist»

Die Generaldirektion Santé wird in Galenica Santé umgewandelt. Diese Einheit umfasst Apothekenketten, Logistik und Gesundheitsinformatik. Nach Galenica-Angaben verfügt dieser Geschäftsteil über alle Voraussetzungen, um sich zu einem eigenständigen, börsenkotierten Unternehmen zu entwickeln.

Vifor Pharma steht künftig der Däne Søren Tulstrup vor. Bis zur Umwandlung wird der Zweig noch als Generaldirektion geführt. Die Führung bei Santé übernimmt Jörg Kneubühler. Die neue Struktur gilt ab sofort. Die Schaffung der beiden unabhängigen Unternehmen erfolgt, «wenn die Zeit dafür gekommen ist», schreibt Galenica.

Weitere Gewinnsteigerung angekündigt

Gleichzeitig gab Galenica am Dienstag die Halbjahresresultate bekannt. Der Umsatz stieg um 0,8 Prozent auf 1,66 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (Ebitda) sank unter Berücksichtigung einmaliger Sondereffekte im Vorjahr um 5,6 Prozent auf 228 Millionen Franken und der Ebit um 7,2 Prozent auf 189 Millionen Franken.

Unter dem Strich erhöhte sich der vergleichbare Gruppengewinn um 7,9 Prozent auf 150 Mio. Franken, nach Abzug der Minderheiten waren es 135 Millionen Franken oder 6,1 Prozent mehr. Unter Berücksichtigung der Sondereffekte sank der Gewinn.

Für das Gesamtjahr geht das Management auf vergleichbarer Basis weiterhin von einer Steigerung aus. Sowohl vor als auch nach Abzug von Minderheiten soll der Gewinn zum 19. Mal in Folge erhöht werden, wie es in der Mitteilung heisst. Bislang ist man von einem vergleichbaren Gewinn ausgegangen, der «mindestens» auf Vorjahresniveau liegt.

(sda/vst/ama)

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