Noch besser hätte die Uhrenindustrie kaum ins Jahr 2008 starten können: Um hohe 20,6% legten die Exporte im Januar und Februar auf 2,54 Mrd Fr. zu – und auch der März brachte, obwohl die Detailzahlen noch nicht vorliegen, keinen Einbruch. Jean-Daniel Pasche, Präsident des Dachverbandes Fédération de lindustrie horlogère suisse (FH), schwärmt von der Fortsetzung der Rekordwerte aus dem vergangenen Jahr, das ein Verkaufsplus von 16,2% auf annähernd 16 Mrd Fr. gebracht hatte. «So wie die Rückmeldungen eintreffen, wird auch 2008 ein sehr gutes Jahr», straft er jene Skeptiker Lügen, die vermuten, Finanzkrise und Börsenabschwung müssten Spuren hinterlassen. Pasche: «Selbst die Exporte in die USA, dem aktuell zweitwichtigsten Abnehmer von Schweizer Uhren hinter Hongkong, legten in den ersten beiden Monaten 2008 um 10,9% auf 381 Mio Fr. zu.»

Asien weiterhin stärkster Motor

Die Wachstumstreiber liegen geografisch in entgegengesetzter Richtung zu den USA, in Hongkong, momentan dem stärksten Markt (+25,2%; 410 Mio Fr.), in China, der neuen Nummer 5 (+69%, 139 Mio Fr.), in Singapur (+69,8%) und in den Vereinigten Arabischen Emiraten (+49,7%). Pasche: «Dazu kommt, dass neue Märkte nach Uhren lechzen, Russland, die Ukraine, Indien oder auch die Türkei.»

Den 800 wichtigsten Unternehmen und Marken, die das Fundament der hiesigen Uhren- und Schmuckindustrie bilden, sind derartige Aussichten recht. Denn in diesen Tagen trifft sich die Branche an Rhein und Rhone zu den traditionell wichtigsten Ordermessen. Optimismus sei für die «BaselWorld» und den Salon International de la Haute Horlogerie SIHH angesagt, tönt es aus den beiden grossen Konglomeraten, der Swatch Group, Biel, und von Richemont, Genf. Nicht nur aufstrebende neue Märkte stimmten zuversichtlich, sondern auch die Bemühungen der Anbieter, mit Innovationen die Lust auf Luxus aus der Schweiz zusätzlich zu wecken.

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Verspätungen wirken als Polster

Dazu kommt, dass eine kurz-fristige Flaute problemlos überbrückt werden kann, weil nach wie vor viele Marken Lieferverzögerungen zu verdauen haben. Vielerorts liegt der aktuelle Bestellungseingang weit über den Werten des Vorjahres – und alte Aufträge aus dem 2007 sind noch längst nicht überall abgetragen. Es gebe also zahlreiche Gründe für viel Zuversicht, so Pasche, der glaubt, dass die beiden Messen diese optimistische Prognose bestätigen.