Wir alle wissen: Die Konsequenzen von Alkoholismus und Lungenkrebs dürfen nicht wegdiskutiert werden, sie bleiben eine Geissel der Menschheit. Ständig – damit auch morgen. Ob mit oder ohne Einschränkungen. Aber: Ist es wirklich angebracht, mit Restriktionen Whiskytrinker und/ oder Cigarrenraucher in die Ecke zu drängen, den Genuss – weit vor dem verwerflichen Übermass – zu stigmatisieren? Ist es nicht da und dort missionarischer Übereifer, der die buntesten Blüten zu treiben beginnt, der zu überschwappender Bürokratie und zu einem Sturzbach von Verboten, Geboten, Anordnungen führt? Die Geniesser, so scheint es, besitzen hierzulande keine Lobby, viel eher noch die Kettenraucher, die zwar längst zu Verlierern gestempelt werden, letztlich aber einen Bonus erfahren, weil sie mit ihrem Zigarettenkonsum die AHV massiv mitfinanzieren.

Es kann nicht darum gehen, Zigaretten- und Cigarrenraucher gegeneinander auszuspielen. Aber ebenso wenig macht es Sinn, die Liebhaber von edlen Raucherwaren und Hochprozentigem ähnlich anzuschwärzen wie die Zigarettenraucher. Es ist zudem fehl am Platz, ihnen mit erhobenem Zeigefinger zu drohen, wenn sie sich heute in eigens eingerichteten Cigarrenlounges treffen, um mit Mass und Sachverstand dem Genuss zu frönen. Unter sich selbstverständlich, ohne andere zu stören.

Etwas mehr Toleranz den Genussmenschen gegenüber ist angebracht. Gerade die Gastronomie im High-End-Bereich wäre darauf angewiesen, dass der Gesetzgeber allfällige Einschränkunge nicht zu restriktiv auslegt, dass Raucherséparées (noch) erlaubt bleiben. Wenig Sinn, das nur nebenbei, macht hier der «Kantönligeist», der innerhalb weniger Kilometer hie und ennet der Grenzen unterschiedliche Einschränkungen kennt.

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Was Not tut, ist eine Abkehr von Lösungen, die letztlich jede Eigenverantwortung aushebeln. Die Kritiker und Bremser dürfen sich durchaus liberaler geben, auch differenzierter. Ihnen muss klar gemacht werden, dass nicht übermässiger Genuss propagiert, sondern dem Leitgedanken Paracelsus nachgelebt werden soll. Cigarre und ein Glas Whisky sind die kleinen Freuden des Alltags – genossen mit Mass und Zurückhaltung.

Wahrscheinlich verzieht sich in nächster Zeit der übermässige Lärm um den Rauch, ums Rauchen. Auf der politischen Traktandenliste machen andere Themen Musik. Ungewollt kommt es in den Fragen um den Genuss von Cigarren und Alkoholika zu einer Denkpause. Diese nimmt Feuer aus den Diskussionen. Das schadet keineswegs.