Im Konflikt beim angeschlagenen Flugverpfleger Gategroup wenden sich die oppositionellen Hedgefunds RBR Capital und Cologny Advisors erneut mit einem offenen Brief an die Aktionäre. Diese sollen ihre Zustimmung zu den Vergütungen des Managements verweigern. Gategroup verteidigt sich – ebenfalls mit einem Brief an die Anteilseigner.

Die Vergütungen des CEO hätten sich zwischen 2014 und 2015 verdoppelt mit Blick auf den Wert der Aktie zum Jahresende, schreiben die beiden Hedgefonds. Wenn man zudem in Betracht ziehe, dass der neue CEO Xavier Rossinyol nur neun Monate des Jahres im Amt war, hätten sich die Vergütungen gar beinahe verdreifacht, heisst es im offenen Brief an die Aktionäre weiter.

Vorwurf: Manager-Löhne verdoppelt

Weiter kritisieren sie, dass auch die Vergütungen der anderen Mitglieder des Managements um über 30 Prozent angehoben werden sollen. Eigentlich würden sie gar verdoppelt, unter dem Aspekt, dass mit dem Chief Commercial Officer David de la Torre ein Mitglied des Managements das Unternehmen im Januar 2016 verlassen habe und deshalb nicht mit Aktien entlohnt werde.

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Nach der Durchsicht des Vergütungsberichts für 2015 empfehlen die Vertreter der beiden Minderheitsaktionäre den anderen Aktionären, die entsprechenden Punkte auf der Traktandenliste der Generalversammlung von Mitte April abzulehnen - weil die Vergütungen im Vergleich zu 2014 und vor allem vor dem Hintergrund der enttäuschenden Entwicklung des Unternehmens «exzessiv» angehoben werden sollten.

Minderheitsaktionäre bedrängen Gategroup

Julie Southern von Gategroup hält in ihrem Brief dagegen: Eine durchschnittliche Berechnung der Bezüge der Geschäftsleitungsmitglieder sei nicht zulässig und irreführend. Denn die Geschäftsleitung sei im Jahr 2015 verkleinert worden und es seien vor allem Funktionen mit vergleichsweise niedrigeren Vergütungen weggefallen. Dies führe automatisch zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Gesamtbezüge der übrigen GL-Mitglieder, so die Vorsitzende des Vergütungsausschusses.

Die angeschlagene Gategroup sieht sich seit längerem von den beiden Minderheitsaktionären bedrängt. Sie halten 11,3 Prozent an dem Unternehmen. Bis anhin hatten sie vor allem den Verwaltungsrat, vorab den Präsidenten Andreas Schmid im Visier. Am Montag vor Ostern hatte Gategroup den beiden Hedgefonds einen Kompromiss vorgeschlagen, der ihnen jedoch nicht weit genug ging.

(sda/cfr)