Der Airline-Caterer Gategroup hat im ersten Quartal 2015 aufgrund vor allem von Rückstellungen, Währungsverlusten und Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Kampf des Verwaltungsrates mit einigen Aktionären im Vorfeld der Generalversammlung einen hohen Verlust erlitten.

Der Gesamtumsatz erreichte 669,9 Millionen Franken, wobei einem organischen Wachstum von 5,1 Prozent Portfolioeffekte von -2,7 Prozent und Währungseinflüsse von -1,9 Prozent gegenüberstanden. Währungsbereinigt wäre der Umsatz um 2,5 Prozent gestiegen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

40 Prozent weniger Gewinn

Das Ebitda betrug im Berichtszeitraum 10,9 Millionen Franken, was einem Rückgang von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang sei auf Rückstellungen im Geschäftsbereich Airlines Solutions (8,0 Millionen) und Kosten im Zusammenhang mit der erwähnten Auseinandersetzung mit Aktionären (1,5 Millionen) zurückzuführen.

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Die Rückstellungen beziehen sich auf die Verhandlungen zum Tarifausgleich in den Vereinigten Staaten. Ohne diese Sondereffekte betrug das Ebitda für den Berichtszeitraum 20,4 Millionen (Marge 3,0 Prozent), was einer Zunahme von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

40 Millionen Franken Verlust

Unter dem Strich weist Gategroup einen Verlust von 37,6 Millionen Franken aus, dies im Vergleich zu -16,7 Millionen in der Vorjahresperiode. Das Umsatzwachstum und die Kosteneinsparungen seien durch die genannten Sondereffekte sowie unrealisierte Währungsverluste in Höhe von 18,0 Millionen negativ beeinflusst worden. Die Währungsverluste entstanden insbesondere durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB im Januar 2015.

Der negative Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug auf Gruppenstufe 27,3 Millionen Franken im Vergleich zu 10,1 Millionen in der Vorjahresperiode. Dieser Effekt beruhe im Wesentlichen auf einem tieferen Ebitda und dem Aufbau von Working Capital, heisst es.

Verlust höher als erwartet

Gategroup hat mit den vorgelegten Zahlen die Schätzungen von Analysten auf Stufe Umsatz leicht übertroffen, bei den Gewinnzahlen aber verfehlt. Diese hatten gemäss AWP-Konsens einen Umsatz von 659 Millionen, einen Ebitda von 18,9 Millionen sowie einen Reinverlust von 14,4 Millionen Franken prognostiziert. Der Ebitda vor Sondereffekten lag leicht über den Schätzungen.

Zum Ausblick schreibt Gategroup in der Mitteilung nichts, nachdem im März noch von einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent die Rede war. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass das Unternehmen ein neues Management hat. Seit kurzem haben der neue CEO Xavier Rossinyol und der neue CFO Christoph Schmitz ihre Tätigkeit aufgenommen.

(awp/ise)