Der hoch verschuldete Deutsche-Bank-Grossaktionär HNA trennt sich von einem Anteil an der spanischen Hotelkette NH. HNA verkaufe ein Paket von insgesamt 26,5 Prozent an Thai Minor International, teilten die Chinesen am Dienstag mit. Der Anteil wechsele für rund 622 Millionen Euro den Besitzer. Minor International ist eins der grössten Hotel- und Gastronomiekonzerne im asiatisch-pazifischen Raum.

Das in Bangkok ansässige Unternehmen teilte später mit, eine Offerte für die gesamte Hotelkette NH abgeben zu wollen. Das Gebot bewertet NH mit insgesamt bis zu 2,5 Milliarden Euro. Thai Minor besitzt und betreibt mehr als 150 Hotels und Resorts. Bis 2020 sollen es 210 Hotels sein. Zu NH gehören über 370 Hotels in 30 Ländern.

Mit Schulden finanzierte Einkaufstour

HNA hatte in den zurückliegenden Jahren für rund 50 Milliarden Dollar in aller Welt Beteiligungen und Immobilien erworben – auf Pump. In der Schweiz schluckte der Konzern etwa den Flugzeugcaterer Gategroup sowie den Flugzeug- und Flughafendienstleister Swissport. Zuletzt hatte die HNA-Führung die Gläubiger vor einem Liquiditätsengpass gewarnt und damit begonnen, sich von einem Teil der Investments zu trennen, um wieder an flüssige Mittel zu bekommen. Die Beteiligung an der Deutschen Bank verringerten die Chinesen kürzlich auf 7,9 Prozent.

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(reuters/mbü)