Das chinesische Konglomerat HNA will das Schweizer Bordverpflegungsunternehmen Gategroup für rund 1,4 Milliarden Franken schlucken. HNA biete 53 Franken in bar pro Aktie, teilte Gategroup mit. Dies entspreche einer Prämie von 21 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag.

Die Angebotsfrist dauere voraussichtlich vom 27. Mai bis zum 23. Juni. Die Gategroup-Aktie stieg nach dem Übernahmeangebot um 16,8 Prozent auf 51,50 Franken (Stand 10:10 Uhr).

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Bewilligung steht aus

Der Gategroup-Verwaltungsrat unterstütze das Übernahmeangebot einstimmig. Nach Abschluss der Übernahme soll Gategroup von der Börse genommen werden.  Der Deal muss allerdings noch durch die Generalversammlung am kommenden Donnerstag und danach von den Wettbewerbshütern in beiden Ländern bewilligt werden.

Die Übernahme ändere nichts an der Weiterführung der Unternehmensstrategie der Gategroup, schreiben die beiden Unternehmen. Geplant sei die Expansion in Wachstumsmärkte. Der Hauptsitz werde unter Leitung des bestehenden Managements in der Schweiz bleiben.

Grossaktionär: «Angebot ist zu tief»

Der Gategroup-Grossaktionär RBR Capital Advisors lehnte das Übernahmeangebot von 53 Franken je Aktie derweil als zu niedrig ab. «Das Angebot von HNA ist viel zu tief», sagte RBR-Gründer Rudolf Bohli. «Wir haben schon vor einem Jahr gesagt, dass der Fair Value der Gategroup-Aktie bei 100 Franken liegt.» Dessen ungeachtet schreibt die ZKB in einem Kommentar von einem «attraktiven» Angebot. Die Bewertung sei stattlich und Analyst Daniel Bürki geht davon aus, dass der Deal durchkommen wird.

RBR und ihr Partner Cologny Advisors halten zusammen 11,3 Prozent der Gategroup-Anteile. Die beiden Hedgefonds zeigen sich bereits seit längerem unzufrieden mit dem Geschäftsverlauf bei Gategroup. Sie kritisieren miserable Geschäftsergebnisse, mangelnde Corporate Governance und unzureichende Kontrolle der Geschäftsleitung. Gategroup servierte zuletzt einen Millionenverlust.

Swissport-Übernahme in 2015

HNA ist kein Unbekannter hierzulande: Letztes Jahr haben die Chinesen den Flugzeugabfertiger Swissport gekauft. Der Kaufpreis belief sich auf fast drei Milliarden Franken.

Das Unternehmen aus Haikou in der südchinesischen Provinz Hainan schickt sich an, zu einem einem Big Player im internationalen Luftverkehr und Transportwesen zu werden. Daztu schloss es unlängst auch eine strategische Allianz mit dem Fahrdienstvermittler Uber.

180'000 Mitarbeiter

HNA ging aus den 1993 gegründeten Hainan Airlines hervor. Mittlerweile betreibt die Gruppe mehr als 20 Fluggesellschaften und zahlreiche Hotels, die meisten davon in China. Aber auch an der französischen Airline Aigle Azur sowie an der spanischen NH Hotel Group und den Red Lion Hotels in den USA sind die Asiaten beteiligt. Ausserdem bereiten sie den Einstieg bei der spanischen Air Europa vor.

Finanzdienstleistungen, Handel und Logistik zählen zu den weiteren Geschäftsfeldern des Konzerns, der weltweit rund 180'000 Mitarbeiter beschäftigt.

(ise, mit awp, sda und reuters/hon)