Der Bordverpfleger Gategroup hat im vergangenen Geschäftsjahr rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich bleibt ein geschätzter Jahresverlust von fast 56,9 Millionen Franken, wie das Unternehmen in einer Mitteilung überraschend ankündigte.

Ohne einmalige Effekte wie diverse Wertminderungen hätte ein Gewinn von rund 17 Millionen Franken resultiert. Beim Umsatz geht das Unternehmen von 2,993 Milliarden Franken aus, gegenüber 2,688 Milliarden Franken im Vorjahr.

Gategroup musste bereits früher Restrukturierungsmassnahmen einleiten. Diese werden im laufenden Jahr weiter geführt. Gategroup macht in der Mitteilung vorerst keine Angaben zu Jobs, die betroffen sein könnten. Die Rede ist lediglich von direkten Arbeitskosten, die weiterhin eingespart werden.

Trading-Performance beeinträchtigt

Die Gategroup hat im Geschäftsjahr 2012 gemäss vorläufigen Zahlen den Umsatz um gut 11 Prozent auf 2,99 Milliarden Franken gesteigert. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda ging dagegen um rund 15 Prozent auf 170,8 Millionen und die entsprechende Marge auf 5,7 von 7,5 Prozent zurück. Wegen Restrukturierungskosten und Wertminderungen im Umfang von 73,5 Millionen dürfte sich ein geschätzter Reinverlust von 56,9 Millionen Franken ergeben, wie die vor allem im Airline-Catering tätige Gruppe am Montag mitteilte. Entsprechend soll auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet werden, nachdem im Vorjahr noch 0,80 Franken je Titel ausbezahlt worden waren.

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Die Trading-Performance im europäischen Airline Solutions-Geschäft, das rund 40 Prozent des Umsatzes ausmacht, sei 2012 weiterhin durch die schwierigen Marktbedingungen und vom daraus resultierenden Kostendruck auf europäische Fluggesellschaften beeinträchtigt worden, heisst es. Diese schwächeren Ergebnisse hätten vom Wachstum und den stabilen Resultaten aller anderen Geschäftsfelder nicht kompensiert werden können.

Um die operativen Tätigkeiten im Europa-Geschäft den schwächeren Marktumfeld anzupassen, seien eine Reihe von Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet worden. Dazu gehören Einsparungen bei den direkten Arbeitskosten, Reduktion von rückgelagerten Funktionen, Straffung der internen Infrastruktur und Massnahmen zur Optimierung des Geschäftsportfolios. Die Massnahmen sollen wie bereits kommuniziert auch 2013 weitergeführt werden.

Anhaltend schwache Entwicklung in der Luftfahrt

Darüber hinaus seien weitere Vorkehrungen getroffen worden, um der anhaltend schwachen Entwicklung und entsprechenden Prognosen in der europäischen Luftfahrt Rechnung zu tragen. Dazu hat Gategroup für das Jahr 2012 Rückstellungen über 22,2 Millionen Franken vorgenommen. Diese Initiativen dürften sich 2013 «zunehmend positiv» auf die Geschäftsentwicklung auswirken, heisst es. Weiter wurden für das vierte Quartal nicht liquiditätswirksame einmalige Wertanpassungen von 51,1 Millionen Franken vorgenommen. Ohne die erwähnten Restrukturierungskosten und Wertanpassungen hätte sich ein Reingewinn von 17 Millionen Franken ergeben, heisst es weiter.

Für 2013 erwartet das Unternehmen weiterhin herausfordernde Handels- und Wettbewerbsbedingungen. Das restliche Geschäftsportfolio, welches rund 60 Prozent der Gruppe entspricht, befinde sich indes auf gutem Weg und entwickle sich gut. Nordamerika verzeichne weiterhin eine kontinuierliche Ausweitung von Umsätzen und Margen, unterstützt von einem stabilen Marktausblick. Im gesamten Bereich Emerging Markets werde das im 2012 erzielte starke Umsatzwachstum auch im 2013 für einen höheren Ebitda  sorgen. Insgesamt prognostiziert die Gruppe für 2013 ein nominales Umsatzwachstum sowie eine Ebitda-Marge im Bereich von 5,5 bis 6 Prozent.

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(chb/vst/sda)