Rund 40% des Gesamtenergieverbrauchs in der Schweiz entfallen auf die Gebäude. Diesem Bereich ist deshalb in Zukunft eine grössere Beachtung zu schenken, als dies bisher der Fall war. Wie mehrere Referenten bei der 5. Auflage des Schweizer Planertages im Zürcher Kongresshaus aufzeigten, kommt dabei der effizienten Energienutzung und dem Einsatz erneuerbarer Energien eine evidente Bedeutung zu. «Um die grossen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, sind ein rigoroses Umdenken in der Energiepolitik und der Einsatz innovativer Technologien erforderlich», ist Hans-Jürg Leibundgut von der ETH Zürich überzeugt.

Einen nachhaltigeren Umgang mit den verfügbaren Energieressourcen forderte im Interesse der Nachfolgegenerationen Urs Rieder von der Hochschule Luzern, der die rund 390 Teilnehmer in das Tagungsthema «Gebäudetechnik 2020 - Auf dem Weg zum Green Building» einführte. Er zeigte dabei eine Reihe von Möglichkeiten auf, wie sich in der Gebäudetechnik bereits heute durch kluge Planung der Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren lässt. In diesem Zusammenhang wies er etwa auf die LED-Technologie beim Licht hin, wo der Energieverbrauch in bestehenden Gebäuden um bis zu 60% gesenkt werden kann.

Dass bereits heute zukunftsweisende Lösungen beim Bau neuer Gebäude bestehen, zeigten zwei weitere Referenten auf. Zum einen erläuterte Andrea Deplazes von der ETH Zürich die wesentlichen Entwicklungsschritte bei der Planung und Realisierung der neuen Monte-Rosa-Hütte, eines Objekts im hochalpinen Gebiet von Zermatt, das weltweite Beachtung findet und praktisch energieautark betrieben wird. Architektin Janine Vogelsang von der Grab Architekten AG präsentierte das unter dem Begriff «Kraftwerk B» in Fachkreisen bekannte Mehrfamilienhaus in Bennau SZ. Auch dieses Objekt, ein Hybridbau, kann dank zukunftsorientierter Architektur mit Solarthermie und einer Photovoltaik-Fassade weitgehend energieautonom betrieben werden. Die Modernisierung von Gebäuden konzentriert sich dagegen nach wie vor auf dichte Gebäudehüllen, die Nutzung der Umgebungsenergien und effiziente Primäranlagen. Dabei wird gemäss Jürgen Baumann von der Siemens Schweiz AG jedoch das grosse Potenzial der Gebäudeautomation für eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Licht, Wärme, Kälte und Lüftung bisher völlig unterschätzt. Dies, obwohl je nach Ausgangslage Einsparungen von 30% und teilweise sogar mehr erreichbar sind. «Vor allem bei bestehenden Gebäuden wird dieses Potenzial noch viel zu wenig genutzt», so der Fachexperte.

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