Sanitärspezialistin Geberit musste fürs Geschäftsjahr 2011 einen leichten Umsatzrückgang um 1,1 Prozent auf 2,12 Milliarden Franken bekannt geben. Schuld daran ist der starke Franken, denn in lokalen Währungen ergab sich ein klares Plus von 9,5 Prozent, was Geberit als «äusserst erfreulich» bezeichnete. Insgesamt haben sich die Währungsturbulenzen mit 229 Millionen Franken negativ im Umsatz niedergeschlagen.

Die Erwartungen des Marktes hat das Unternehmen erfüllt, die bisherige Gewinnprognosen für das Gesamtjahr 2011 wurden bestätigt.

Die europäischen Märkte legten insgesamt in lokalen Währungen um 9 Prozent zu. Die meisten europäischen Märkte hätten den bereits im Vorjahr begonnenen Aufschwung fortgesetzt. Zweistellige Wachstumsraten gab es in Grossbritannien/Irland, Österreich, Frankreich, Deutschland, den nordischen Ländern, Zentral-/Osteuropa und den Benelux-Ländern. Auch die Regionen Amerika, Fernost/Pazifik und Nahost/Afrika seien unter schwierigen Rahmenbedingungen gewachsen.

Im vierten Quartal wurde ein Umsatz von 470,7 Millionen Franken erwirtschaftet, entsprechend einem Minus in Schweizer Franken von 0,4 Prozent und einem Plus in lokalen Währungen von 6,5 Prozent. Nach Wachstumsraten von 12,8 Prozent, 10,5 Prozent und 7,8 Prozent in den ersten drei Quartalen hat sich damit die Verlangsamung fortgesetzt. Das Plus liegt indes noch immer über den mittelfristigen Wachstumszielen.

Die bisherige Gewinnprognosen für 2011 hat Geberit bestätigt. Demnach soll die EBITDA-Marge am oberen Ende des mittelfristigen Zielkorridors von 23 bis 25 Prozent zu liegen kommen. Wie bereits im November angekündigt, wird der EBITDA als Folge der gestiegenen Rohmaterialpreise, der verstärkten Marketingaktivitäten sowie des starken Schweizer Frankens gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Ausserdem sei mit einem Reingewinn von rund 380 Millionen Franken zu rechnen, sagte CEO Albert Baehny an einer Telefonkonferenz.

Schwieriges 2012 erwartet

Zum Ausblick auf das Jahr 2012 gibt es wie üblich so früh im Jahr noch keine konkreten Prognosen. «Das Jahr dürfte wegen der politischen und makroökonomischen Unsicherheiten aber erneut sehr anspruchsvoll werden», erklärte Baehny. Das neue Jahr sei derzeit noch sehr schwer einzuschätzen. Die Visibilität belaufe sich auf maximal sechs Monate. Baehny verwies darauf, dass es auch im schwierigen vergangenen Jahr gelungen sei, das Marktwachstum zu übertreffen. Und das werde auch 2012 gelingen.

Für den wichtigsten Markt Deutschland prognostiziert er für 2012 sowohl im Wohnungs- als auch im Nicht-Wohnungsbau positive Wachstumsraten. Sie dürften indes unter denjenigen von 2011 ausfallen. Auch der zweitwichtigste Markt Schweiz dürfte gemäss Baehny stark bleiben.

Für den Wohnungsbau in Europa erwartet Baehny positive Wachstumsraten in Deutschland, der Schweiz, Norwegen und Österreich, in allen übrigen Märkten dürfte die Entwicklung flach bis rückläufig sein. Generell und in Europa im Speziellen sieht der Geberit-Chef den öffentlichen Sektor wegen der Sparmassnahmen der Staaten unter Druck. Dies könnte aber zumindest teilweise durch den Wohnungsbau aufgefangen werden.

Der CEO stellt eine generelle Preiserhöhungsrunde für das zweite Quartal in Aussicht, welche im Bereich von 1,5 Prozent liegen soll. Preissenkungen in der Schweiz, wie sie Geberit wegen des starken Franken im vergangenen Jahr zwei Mal durchführen musste, seien keine mehr vorgesehen.

An der Börse stehen Geberit kurz nach Mittag 0,9 Prozent höher und damit etwas besser als der Gesamtmarkt.

(chb/laf/awp)