Dass Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und seine Entourage für die Fussball-WM in Südafrika zwei Business Jets gechartert haben, bestätigte deren Pressestelle vor Wochenfrist gegenüber der «Handelszeitung». Ob die Verantwortlichen des Weltfussballverbands wissen, wem die beiden in der Schweiz bzw. in Südafrika immatrikulierten Privatflugzeuge im Endeffekt gehören, sei dahingestellt.

Spannend wird das Besitzverhältnis bei der ZS-XRS, die von der südafrikanischen Niederlassung der schweizerischen ExecuJet Aviation Group betrieben wird. Wie Recherchen ergeben haben, reichen die Spuren der zurzeit als «Fifa two» eingesetzten Global Express XRS bis nach Ruanda in Ostafrika.

Auf Anfrage der «Handelszeitung» teilt das Media SA Team dazu lediglich mit: «Die Fifa hat das Flugzeug via RCR Jets gemietet, eine Schweizer Firma. Die Eigentümer werden bei einer Miete nicht bekannt gegeben.» RCR Jets mit Sitz in Zug ist ein 2009 gegründeter Spezialist für Air Charter.

Auch Ruandas Präsident an Bord

Einem von der Fussball-WM unabhängigen Bericht der südafrikanischen «Sunday Times» vom 14. Februar 2010 zufolge soll sich die ZS-XRS im Besitz der ruandischen Regierung befinden. Auf dem Papier gehört dieser langstreckentaugliche Luxus-Jet dem Unternehmen Repli Investments No 29 mit Sitz in Faerie Glen in Pretoria (Südafrika), so ist diese Firma auch im nationalen Handelsregister Cipro eingetragen.

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Gemäss der «Sunday Times» hat Repli Investments No 29 drei Direktoren, von denen zwei in Ruandas Hauptstadt Kigali leben. Der dritte Chef ist in Pretoria zu finden, wo er als Berater auf der ruandischen Botschaft tätig ist. Auch die beiden anderen Personen sollen der Zeitung zufolge für Ruandas Regierung arbeiten.

Im Artikel vom 14. Februar 2010 steht weiter geschrieben, dass die ZS-XRS mit einem Marktwert von über 45 Mio Dollar gekauft worden ist, um unter anderem Ruandas Präsident Paul Kagame und seine Entourage bei Bedarf zu befördern. Diese Maschine habe beispielsweise die ruandische Delegation im letzten Jahr für ihren Besuch am WEF nach Zürich gebracht.

Beweisbar ruandisches Eigentum

Die Reaktionen auf den Bericht liessen nicht lange auf sich warten. In einem Leserbrief vom 21. Februar 2010 bestätigte ein Manager von ExecuJet South Africa zwar nicht, dass die ZS-XRS Ruandas Regierung gehört, jedoch dass sie von ihr genutzt wird. In einem Leserbrief vom 7. März 2010 meinte einer der drei Chefs von Repli Investments No 29, dass es sich bei der ZS-XRS um ein privates ruandisches Engagement handle und nicht um eine Investition der Regierung. Es stimme hingegen, dass das südafrikanische Unternehmen Repli Investments No 29 seine Wurzeln in Ruanda habe, aber nicht beim Präsidenten, sondern bei einer Holding.

Interessant ist, dass der Direktor noch erwähnte, dass die Abmachung zwischen Ruandas Regierung und ExecuJet South Africa ein innovativer Weg sei, um die Flugkosten zu minimieren. Zwei Wochen zuvor schrieb der Manager von ExecuJet South Africa, dass man nicht im Auftrag der Regierung Ruandas agiere.