Bruno Gehrig, 62, fühle sich verpflichtet; verpflichtet, im Namen der Schweiz den Job an der Spitze der UBS zu übernehmen. Das sagt ein Beobachter mit engen Verbindungen ins Schweizer Finanz-Establishment. «Gehrig will die Bank und die Schweiz vor noch grösserem Ungemach schützen.»

Dass der im April 2008 gewählte Peter Kurer, 59, bald abtritt, gilt in Politik und Wirtschaft als ausgemacht. Gehrig seinerseits vereinigt wie kaum ein zweiter Manager des Landes Wissen und praktische Erfahrung. Er arbeitete in den 80er Jahren für die UBS, gehörte in den 90er Jahren zur Bankenaufsicht, setzte ab 1996 in der Nationalbank die Geldmarktpolitik um und ist seit 2003 Präsident des Versicherers Swiss Life. Im Oktober wurde er Mitglied des UBS-VR.

Im Weg steht Gehrig neben dem durchzogenen Leistungsausweis bei der SwissLife die Gesundheit. Von seinem Hirnschlag von 2005 hat er sich nie vollständig erholt, heisst es in seinem Umfeld, die Ärzte raten offenbar vom UBS-Top-Job ab. Als Gehrig-Alternative könnten Politkreise darum Jean-Pierre Roth, 63, lancieren. Der Romand gab letzte Woche seinen Rücktritt als SNB-Präsident per Ende 2009 bekannt. Mit 30 Jahren SNB im Rucksack fehlt Roth aber Gehrigs Erfahrungsschatz. Dennoch: «Mit Rückendeckung des VR könnte der neue UBS-CEO Oswald Grübel erste Akzente setzen und sich profilieren», sagt Peter Schürmann, Kommunikationsberater für Top-Manager. «Idealerweise würde dann jemand wie Gehrig oder Roth als Präsident angekündigt. ‹Wenn die mitmachen, kann es nicht so schlimm sein›, würden sich die Kunden sagen.»

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