Der Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU) ist das zunehmende Littering, das achtlose Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum, ein Dorn im Fleisch. Mit diversen Massnahmen, gezielt vor allem mit ihren Umwelt-Botschaftern, strebt die IGSU einen «Nacherziehungs-Prozess» all dieser Abfallsünder an. Sie macht dies bewusst nicht mit dem Drohfinger, sondern immer mit einem Lächeln.

In den nächsten Wochen, wenn die Schweiz ausserhalb der eigenen vier Wände den Sommer geniesst, ist die Littering-Problematik besonders aktuell. Präsenz markiert die IGSU vor allem mit ihrer stetig wachsenden Zahl von Equipen begeisterter Botschafterinnen und Botschafter; diese setzen sich in verschiedenen Städten ein für eine saubere Schweiz.

Viele dieser Botschafter sind Studentinnen und Studenten, denen es Spass macht, während der Ferien etwas Sinnvolles für die Umwelt zu tun. Sie ziehen - sportlich weiss gekleidet und mit flotten Recyclingmobilen - durch Strassen und über Plätze diverser Städte und informieren die Unterwegs-Geniesser über den richtigen Umgang mit dem Abfall. Ohne den erhobenen Zeigefinger, sondern freundlich und aufklärend.

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Aktuell sind die IGSU-Equipen bereits in Zürich und St. Gallen unterwegs. Weitere Stationen ihrer diesjährigen Tournee sind in den nächsten Wochen die Städte Bern, Basel, Rapperswil und Neuenburg. Insgesamt stehen in der ganzen Schweiz jeweils bis zu 12 Abfallbotschafterinnen und -botschafter pro Stadt im Einsatz. Über ihre Erfahrungen berichten sie in diesem Special (siehe Rubrik «Unterwegs für die IGSU»).

«Abfallpädagogik» mit Flair

Für Chef-Botschafter Urs Freuler ist diese rasante Verbreitung der Botschafter-Teams eine erfreuliche Entwicklung: «Immer mehr Städte schätzen unsere Information. Unser Flair für ‹Abfallpädagogik› kommt gut an.» Bestätigt wird dies durch Niels Michel, Fachleiter Markt und Prävention, ERZ Entsorgung und Recycling, Zürich: «Wir sind überzeugt, dass die kontinuierliche Aufklärung auf verschiedenen Ebenen Früchte tragen wird. Die Botschafter haben eine wichtige Vermittlerrolle. Die wohldurchdachte ‹Abfallpädagogik› wird zudem von den Konsumenten gut aufgenommen.»

Nach vier Auftritten in St. Gallen freut sich auch der zuständige städtische Strasseninspektor Gerald Hutter bereits auf den fünften Einsatz: «Die Littering-Botschafterinnen und -Botschafter sind Partner der langfristig angelegten städtischen Kampagne ‹Gemeinsam mit Respekt›.» Littering sei neben Gewalt, Lärm und übermässigem Alkoholkonsum ein wichtiger Aspekt dieser städtischen Initiative. Die Kampagne und ihre konkreten Massnahmen thematisierten die Werthaltung im öffentlichen Raum und strebten eine Verhaltensänderung an, so Hutter. Dies mit dem dem Ziel, mehr Respekt gegenüber den Anwohnern, dem öffentlichen Raum und sich selbst zu generieren. «Gemeinsam mit Respekt» wird mit der Unterstützung von Privaten realisiert. Die Zusammenarbeit mit der IGSU ist daher auch für das kommende Jahr geplant.

2010 viele kreative Aktionen

Neben ihrer Informationsarbeit führt die IGSU zusätzlich breit abgestützte Aktionen durch, bei denen sich die Bevölkerung gegen das Littering starkmachen kann. Letztes Jahr tat sie dies mit dem Anti-Littering-Song-Contest. Die-ses Jahr steht der Anti-Littering-Comic-Contest auf dem Programm (siehe unten). Der Wettbewerb ist bereits lanciert. Die Aufgabe: Zeichnerisch eine kreative Geschichte gegen das Littering erzählen.

Breit ist das Angebot aber auch beim Informationsmaterial: Gemeinden, Städte, aber auch sonstige Interessenten können bei der IGSU Gratisplakate im Format 90 x 128 cm (F4/Weltformat) bestellen. Zur Verfügung stehen zwei unterschiedliche Postersets mit verschiedenen Sujets. Diese werden aufgelockert mit treffenden Sprüchen wie zum Beispiel «Was im Schwimmbad stört, stört auch am Ufer». Alle Poster können kostenlos bestellt, heruntergeladen, gedruckt und aufgehängt werden.