General Electric macht vorwärts mit dem Börsengang der Kreditkartensparte. Das Unternehmen habe bereits die Banken Goldman Sachs und JPMorgan als Konsortialführer beauftragt, berichtet die «Financial Times». Mit einem Antrag auf Erstkotierung sei in den nächsten zwei Monaten zu rechnen. GE will sich mit dem Schritt unabhängiger von der schwankungsanfälligen Finanzbranche machen. Im November hatte der Mischkonzern angekündigt, rund 20 Prozent des Bereichs an die Börse zu bringen. In der Schweiz wurde die Kleinkredittochter GE Money Bank erfolgreich abgespaltet, die sich nun Cembra Money Bank nennt. Die Aktien werden nun an der Schweizer Börse gehandelt.

Die GE-Finanzsparte betreibt unter anderem das Geschäft mit Kreditkarten, die Anbieter wie die Einzelhandelskette Wal-Mart dann unter eigenem Namen an ihre Kunden ausgeben. Zudem verdient die Abteilung mit eigenen Verbraucherkrediten beispielsweise für Urlaubsreisen ihr Geld. Zu ihren besten Zeiten steuerte sie fast die Hälfte des GE-Gewinns bei, doch im Krisenjahr 2008 drohte sie den ganzen Konzern mit in die Tiefe zu reissen. Banker schätzen, dass das neue Unternehmen rund 16 bis 18 Milliarden Dollar wert sein könnte.

GE will sich vom Finanzgeschäft verabschieden

Weil das Risiko rund um das Privatkundengeschäft der GE-eigenen Bankenabteilung als zu gross eingeschätzt wird, will der Konzern die Sparte deutlich eindampfen und sich verstärkt auf sein Industrie-Geschäft konzentrieren. Bis 2015 will das Unternehmen ganz aus dem Geldgeschäft aussteigen. Das Schrumpfen der Finanzsparte hatte GE zuletzt aber Gewinn und Umsatz gekostet. GE ist unter anderem auch in der Energie- und Medizintechnik aktiv.

(sda/se)