General Electric, der amerikanische Erzrivale des deutschen Siemens-Konzerns, hat seinen Umsatz im ersten Quartal um sechs Prozent auf 38,4 Milliarden Dollar gesteigert. Beeindruckender ist indes der Gewinnsprung: Dank eines wieder florierenden Finanzgeschäfts stieg der Gewinn um 80 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Das hat selbst Experten überrascht.

"Die heutigen Ergebnisse zeigen, dass General Electric als ein stärkeres, wettbewerbsfähigeres Unternehmen aus der Rezession hervorgegangen ist", sagte Konzernchef Jeff Immelt. Er verwies insbesondere auf das gute Abschneiden der Medizintechnik, des Transportgeschäfts sowie der Luftfahrttechnik. "Wir sind aus dem Quartal mit einem Rekord-Auftragsbestand von 177 Milliarden Dollar herausgegangen."

Vor allem aber erholte sich der wichtige Finanzarm von den Turbulenzen. Die Sparte steuerte 1,8 Milliarden Dollar zum Konzerngewinn bei - mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr. "Wir machen neues Geschäft zu attraktiven Margen", sagte Immelt. General Electric hatte sich wie so viele andere Finanzfirmen am US-Hypothekenmarkt verspekuliert; in der Folge stutzte Immelt die Sparte zurecht. GE ist aber immer noch einer der grössten Finanziers der USA.

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Gradmesser für die gesamte US-Wirtschaft

"Die Rahmenbedingungen für GE in diesem Jahr stimmen uns zuversichtlich", sagte Immelt. Er bekräftigte sein Versprechen, in diesem Jahr und darüber hinaus höhere Gewinne abzuliefern. Der Verwaltungsrat hob die in der Wirtschaftskrise kräftig zusammengestrichene Dividende erneut leicht an. Die Börsianer waren begeistert; vorbörslich stieg die Aktie um drei Prozent.

Die Negativschlagzeilen der vergangenen Wochen scheinen vergessen: General Electric hatte die Unglücksreaktoren im japanischen Fukushima mit entwickelt. Auch heute noch ist der Konzern einer der grössten Anbieter von Atomanlagen. Gleichzeitig hat GE sich ein starkes Standbein in den erneuerbaren Energien aufgebaut und kündigte jüngst an, die grösste Solarfabrik der USA zu bauen.

General Electric gilt angesichts seiner breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte US-Wirtschaft.

(cms/tno/awp)