Nach einem deutlich unter den Expertenerwartungen liegenden Quartalsergebnis hat der neue Chef des ABB-Rivalen General Electric (GE) ein hartes Durchgreifen mit Milliarden-Verkäufen angekündigt.

Die am Freitag vorgelegten Geschäftszahlen seien «fürchterlich» und «inakzeptabel», sagte John Flannery im Gespräch mit Analysten. Die guten Teile des GE-Geschäfts würden durch andere ausgebremst, die «Investitionen und Management-Ressourcen schlucken ohne Aussicht auf substanziellen Gewinn».

«Fokussierteres Portfolio»

Er werde Unternehmensteile im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar abstossen. Dadurch werde GE in den kommenden Monaten «ein einfacheres, fokussierteres Portfolio» erhalten.

Welche Konzernteile abgetrennt werden sollten, sagte Flannery zunächst nicht. Positiv äusserte er sich allerdings zu den Sparten für 3D-Druck und die Digitalindustrie. Einzelheiten werden jetzt am 13. November erwartet. Scott Davis vom Analysehaus Melius Reseach machte als Ziele die Sparten «Verkehr, Beleuchtung und alles, was sonst nicht festgenagelt ist und nicht klar zum Kerngeschäft gehört» aus.

Hohe Restrukturierungskosten

Der Industriekonzern begründete das schwache Quartal mit Abschreibungen sowie unerwartet hohen Restrukturierungskosten unter Flannery. Probleme gab es zudem im Energiebereich, etwa im Öl- und Gasgeschäft. Mit dem Bau von Kraftwerken und Ausrüstung in diesem Bereich verdiente GE zum Beispiel 51 Prozent weniger. An der Wall Street sorgten die Geschäftszahlen für schlechte Stimmung: GE-Aktien lagen 1,7 Prozent im Minus.

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Investoren verlangen bereits länger eine Wende bei dem 125 Jahre alten Unternehmen, das aus der Sicht von Experten seit mehr als einem Jahrzehnt enttäuschende Ergebnisse liefert. Auch im dritten Quartal legte der US-Konzern nur einen Gewinn je Aktie von 29 US-Cent vor, wohingegen Analysten 49 Cent erwartet hatten.

GE senkte zudem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um etwa 60 Cent auf 1,05 bis 1,10 Dollar je Aktie. In absoluten Zahlen brach das Ergebnis für das Kerngeschäft auf 1,9 Milliarden Dollar von 2,1 Milliarden ein. Der Umsatz stieg indes deutlich um 14,4 Prozent auf fast 33,5 Milliarden Dollar. Hier profitierte GE von der Übernahme des Ölfeld-Ausrüsters Baker Hughes.

(sda/gku)